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Vietnamesisches Neujahrs- und Kulturfest
Im Rahmen der mehrtägigen vietnamesischen Neujahrsfeierlichkeiten lud die Vietnamesisch-Buddhistische Gemeinde Frankfurt e.V. am Samstag, den 9. Februar 2008 zu einem abwechslungsreichen Programm. Nahezu 2000 Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen an den buddhistischen Zeremonien und dem abendlichen Unterhaltungsprogramm teil.
Nach der Eröffnung des Tages hatten die Besucher die Möglichkeit, Zuflucht zu den drei Juwelen (Buddha, Dharma und Sangha) zu nehmen. Sie verpflichten sich von unheilsamen Handlungen Abstand zu nehmen und mehr und mehr heilsamen Taten und Gedanken in ihrem Leben Raum zu geben. Im Anschluß an die buddhistische Zufluchtnahme hielt der Abt der Pagode, Thich Thien Son, eine Ansprache zum Beginn des „Jahres der Ratte“.
Was können wir selbst für ein „gutes 2008“ tun? Wir sollten achtsam sein im Umgang mit uns selbst und mit anderen – uns selbst und unsere Mitwelt nicht verletzen, Harmonie praktizieren und Neid loslassen. Zuguter letzt – das Schwierigste von allem -: sollten wir versuchen uns selbst anzunehmen und lieben zu lernen – denn nur dann werden wir unserer Mitwelt gegenüber echtes Mitgefühl empfinden können.
Wer Mittwochnacht noch nicht die Neujahrssegnungen mit den Reliquien empfangen konnte, hatte dazu nach der Neujahrsrede nochmals die Gelegenheit.
Damit war der zeremonielle Teil des Tages offiziell abgeschlossen – die Buddhahalle blieb dennoch bis in die Nacht mit Besuchern gefüllt. Räucherstäbchen wurden für die Erfüllung von Neujahrswünschen entzündet, üppige Opfergaben vor den verschiedenen Buddhastatuen platziert und Bitten um die Widmung von heilsamen Rezitationen für kranke und tote Verwandte abgegeben.
Das kulturelle Abendprogramm bot Tanz und Gesang, sowie Kampfsportvorführungen und Theateraufführungen. Für das leibliche Wohl der zahlreichen Gäste sorgte ein bunt gemischtes, exotisches Buffet.
Die großen buddhistischen Jahreskreisfeste dienen nicht nur der Pflege des buddhistischen Glaubens, sondern sind darüber hinaus ein wichtiger sozialer Treffpunkt für Vietnamesen aus ganz Deutschland geworden.
Vietnamesisches Neujahrsfest in Frankfurt
6. Februar 2008, Mitternacht. In der hell erleuchteten Buddhahalle warten die Besucher gespannt auf den Einzug der Mönche und Nonnen. Dann erschallen der dumpfe Klang der großen Glocke und der durchdringende Ton der großen Trommel – Auftakt für den religiösen Festakt. Video-Dokumentation. Das vietnamesische Neujahr beginnt diesmal am 7. Februar. Nach dem Tierkreiszeichen steht es unter dem Leitbild der Ratte, Symbol für Wende und tiefgreifende Veränderung.
Neujahr ist für die Vietnamesen gleichzeitig auch Frühjahrsbeginn. In den Wohnzimmern und Tempeln in Vietnam dürfen weder die gelbblühenden „Mai-Bäumchen“ noch die Kirschbaumzweige fehlen. Bei unserem Klima reicht es nur zu künstlich erblühten Bäumchen, so haben fleißige Helfer der Pagode in tagelanger Arbeit große Zweige mit Papierblumen geschmückt.
Aber natürlich ist die Halle auch mit frischen Blumen und Obst dekoriert. Auf dem großen Schrein befindet sich ein kunstvolles Arrangement aus Gerbera, Lilien, Chrysanthemen, Orchideen, sowie Melonen, Mandarinen, Mangos, Papayas und Birnen. Diese Vielfalt und Fülle von Blumen und Früchten versprechen materiellen wie auch spirituellen Reichtum.
Üppigkeit verspricht auch die Traditionsfigur des „Glücksgottes“. So schreitet am Ende des Prozessionszuges ein Mann herein, der mit einem mächtigem Kopfputz ausgestattet und mit einem blauen Gewand bekleidet ist. Er verkörpert diesen Gott. In der Hand hält er einen glänzenden Kultgegenstand. Berührt man diesen Gegenstand, soll Reichtum im neuen Jahr in greifbare Nähe rücken.
Nach dem feierlichen Einzug der Mönche und Nonnen und einem imposanten Spiel von Glocke und Trommel findet die religiöse Zeremonie statt, eine Rezitationsfolge von Sutren und Schutzmantren. Die Gläubigen rufen den Maitreya-Buddha an und geloben, freundlich und friedfertig zu sein. Freundlichkeit und Friedfertigkeit wünschen sie auch ihren Familien, ihrer näheren Umgebung und der ganzen Welt.
Dann treten zwei weitere Traditionsfiguren auf: manchmal werden sie Löwen, manchmal auch Drachen genannt. Junge Männer und Kinder in prachtvollen Kostümen mimen diese Tiere und führen den Löwentanz auf. Das Erscheinen der Fabelwesen am Neujahrstag verheißt Frieden, ihr Ausbleiben dagegen lässt Krieg befürchten.
Kaum sind die Löwen in die Buddahalle eingezogen, beginnt im kleinen Garten hinter der Buddahalle eine schier unendliche Salve von Knallern. Der Lärm vertreibt die bösen Geister und schlechten Energien, so glaubt man. Das neue Jahr soll glücklich verlaufen.
Nun folgen die Segenswünschen des Abtes, des Vertreters der Sangha und des Vertreters der deutsch-vietnamesischen Gemeinde: Chúc mừng năm mới – ein gutes neues Jahr! An khang thịnh vượng -Sicherheit, Gesundheit und Wohlstand! Abschließend erhalten die Besucher den Reliquiensegen und nehmen die kleinen symbolträchtigen Geschenke entgegen.
Gegen 1.30 Uhr lehrt sich die Buddahalle, denn für viele Vietnamesen ist am nächsten Morgen ein ganz normaler Arbeitstag, leben sie doch in einem Land mit einem ganz anderen Festkalender.