Zen - Mut zum Neinsagen
In meinem Leben hatte ich schon viele Rollen inne: Ehefrau, Mutter von drei Kindern, Tagesmutter von weiteren drei Kindern, Begleiterin kranker Schwiegereltern und Vorsitzende eines Fördervereins. Vor einiger Zeit entschied ich mich dann Zen-Kurse zu belegen und damit übernahm ich noch eine weitere Rolle, die der Zen-Schülerin.
Ich war ursprünglich mit dem Gedanken zur Pagode gegangen, dass ich mal schauen wollte, „was die da so machen“ und ob mir das weiterhelfen könnte . Denn ich hatte das Gefühl – wenn auch nur sehr unklar – dass ich irgendetwas ändern müsste, um nicht auf einen Abgrund zuzusteuern.
Nun saß ich in den Zen-Kursen und musste erkennen, dass es plötzlich um mich selbst ging. Hatte ich doch so viele Jahre damit zugebracht, meine Aufmerksamkeit auf die anderen zu richten- und jetzt saß ich da und musste mich anschauen! Und mit dem Anschauen war es auch nicht getan, ich sollte fühlen, spüren, wahrnehmen, was gerade jetzt im Augenblick ist. Fragen wie: Was willst du eigentlich? Wovor hast du Angst? Wo willst du in diesem Leben hin? konnten mich mit Leichtigkeit aus dem Konzept bringen.
Antworten auf diese Fragen zu finden, das ist ein wichtiges Ziel für mich geworden. Und wie hat Zen nun mein Leben verändert?
Ich versuche ehrlicher zu mir zu sein und mich nicht stets zu verbiegen, um mich beliebt zu machen. Nein sagen ist jetzt für mich eine wertvolle Übung. So habe ich mich auch von ein paar Rollen verabschiedet und fühle mich freier und lebendiger. Mich selbst zu spüren im jeweiligen Augenblick und offen zu sein für alles, was noch kommt – das ist nicht immer leicht. Aber das hat mir auch niemals jemand im Zenkurs gesagt.