Neujahrswünsche aus “Buddhas Weg” im Odenwald!

Winterretreat 09 Buddhas Weg-7Am Sylvesterabend saßen wir Mönche und Nonnen der Pagode Phat Hue, alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Winter-Retreats und alle weiteren Bewohner unseres neuen Zentrums Buddhas Weg in der Buddhahalle in einem großen Kreis beisammen. In unserer Mitte stand eine Buddhastatue, umringt von Kerzen, Blüten und farbenfroher Dekoration. Die Atmosphäre der Buddhahalle war von Besinnlichkeit und Ruhe geprägt. Denn wir hatten uns dazu entschlossen, den Jahreswechsel besinnlich zu erleben.

Winterretreat 09 Buddhas Weg-6So meditierten wir zunächst gemeinsam und teilten danach die große Anzahl von Personen in kleinere Gruppen auf – wir waren mit Sicherheit an die 50 Personen. In den kleineren Gruppen teilte nun jeder sein liebstes, bedeutsamstes oder lustigstes Ereignis des vergangenen Jahres mit. Man erinnerte sich an schöne und bewegende Begegnungen, tiefe und berührende Gespräche, Momente kleinen und großen Glücks. Und nicht nur die sich erinnernde Person konnte das Glück noch einmal erleben – auch wir zuhörenden fühlten mit, spürten die Freude und das Lachen unseres Gegenübers. Diese Runde stimmte unsere Herzen auf den Hauptteil des Abends ein: Die traditionelle, asiatische Teezeremonie.

Winterretreat 09 Buddhas Weg-8Wie vielleicht viele von Euch bereits wissen, gibt die Teezeremonie Menschen die Möglichkeit mit Freundinnen, Freunden und Verwandten auf eine ganz besondere, offene und ehrliche Art miteinander in Kontakt treten zu können. Man begegnet sich mit tiefem Respekt, tiefer Dankbarkeit und einem offenen Herzen. Man schenkt dem Gegenüber eine Tasse Tee ein, verbeugt sich tief vor der Person, berührt mit den Füßen, den Knien, den Ellebogen, den Händen und der Stirn den Boden. Man öffnet die Hände, bereit die Liebe und Offenheit der Person zu empfangen, schließt die Hände und öffnet sie wieder, um auch an Liebe und Wohlwollen nicht anzuhaften.

Winterretreat 09 Buddhas Weg-9Dann ist der Moment gekommen, um auszusprechen, auszudrücken, was in normalen Alltagsgesprächen nicht möglich ist – tiefste und ehrlichste Dankbarkeit, Reue, Wohlwollen, Wünsche für die Zukunft. Das sind Dinge, die wir im Alltag nur sehr schwer in Worte zu fassen im Stande sind. Durch den Rahmen der Teezeremonie und die ehrliche Form der Verbeugung und des Tee Einschenkens, öffnen sich unsere Herzen wie von selbst und die Worte, die wir sonst nur schwer finden, fließen wie ganz natürlich über unsere Lippen.

Und bestimmt 2 Stunden lang, hatten wir gestern, am Sylvesterabend, die Möglichkeit, unseren Mitmenschen, unseren Freundinnen und Freunden, solche Worte zu schenken und für einige kurze, aber berührende Momente, in inniger Verbindung zueinander zu sein. Es war ein wunderschöner Abend und alle Anwesenden nutzten diese seltene Gelegenheit, die sich so vielleicht nur zwei oder drei Mal im Jahr bietet.

Zum Abschluss stellten wir uns alle gemeinsam in einen großen Kreis, die Hände haltend, mit geschlossenen Augen. Gleichberechtigt, ohne Unterschiede standen wir und sendeten die positiven Verdienste des Retreats und des Abends hinaus. An all diejenigen, die gerade dabei waren, den Jahreswechsel zu feiern. An all diejenigen, die nicht von solchem Glück beschert wurden wie wir, die unter schlechten Bedingungen leben, Leid zu ertragen haben und deren Welt weniger von Liebe geprägt ist. Und dann gab Thay Hue Nghi uns die Möglichkeit, Wünsche für das neue Jahr 2010 auszusprechen. Und die Wünsche, an die wir uns erinnern, möchten wir mit Euch allen teilen, denn sie gelten Euch genauso, wie allen anderen fühlenden Wesen dieser Welt…

Mögen alle fühlenden Wesen glücklich sein.

Mögen alle Menschen etwas von der heilsamen Energie, die sie im vergangenen Jahr 2009 angesammelt haben, mit in das Jahr 2010 nehmen können.

Mögen wir viel Kraft im neuen Jahr haben.

Mögen wir lernen, dass es möglich ist, unterschiedslos zusammen zu leben – in Harmonie und Offenheit. Denn wir stehen hier gerade ein einem solchen Kreis und haben genau das möglich gemacht.

Ich hatte heute Abend nicht die Möglichkeit, allen Menschen Tee einzuschenken, denen ich etwas sagen will. Deswegen wünsche ich nun allen Menschen viel Gesundheit, Kraft und Freude für das neue Jahr.

Mögen wir Respekt für uns selbst und für alles um uns herum entwickeln können.

Mögen wir liebende Güte für uns selbst entwickeln und sie in dieser Welt kultivieren.

Mögen alle Menschen Raum für sich selbst geben – innen sowie außen.

Mögen wir fähig sein, die schönen Momente im Leben und unser Zusammensein mit unseren Liebenden wertschätzen zu können.

Ich wünsche allen Menschen ein frohes neues Jahr 2010.

Sadhu, Sadhu, Sadhu! :)

1. Januar 2010

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