Allgemeines
Ehrw. Thich Thien Son – Burnout und Depression
S.H. XIV Dalai Lama – Buddhismus und Business
Ehrw. Thich Thien Son – Sinnlich Leben
Ehrw. Thich Thien Son – Die Wende in deinem Leben
Ehrw. Thich Thien Son – Kochen nach den 5 Elementen
Ehrw. Ajahn Brahm – Lachend auf dem Weg ins Nirvana
Wege aus dem Burnout mit Hilfe der Traditionellen Chinesischen Medizin
(nach einem Dharmatalk des Zen-Meisters Thich Thien Son, 20. Januar 2010 in der Pagode Phat Hue)
Viele Menschen mit einer drohenden oder bestehenden Burnout-Symptomatik fühlen sich wie in einer Sackgasse gefangen. Körperliche und geistige Erschöpfung, oft begleitet von innerer Anspannung und einer charakteristischen, „planlosen Hyperaktivität” auf geistiger Ebene, verhindern, dass die Betroffenen zur Ruhe kommen können.
Wie können wir wirksam aus dieser Burnout-Spirale ausbrechen?
Es ist in den meisten Fällen nicht damit getan, lediglich zwei oder drei Monate in eine Kur zu gehen. Die Erfahrungen zeigen, dass es nicht lange dauert, bis die Symptomatik wieder von vorne beginnt. Die erfolgreiche Therapie eines Burnout-Syndroms erfordert eine langfristige „Überarbeitung” der bisher praktizierten Lebensweise. Kurzfristige Therapien und Maßnahmen können die Rückfallneigung nicht ausreichend auffangen.
Die ersten Schritte zur Heilung …
Rom wurde bekanntlich auch nicht an einem Tag erbaut. Es macht keinen Sinn, dass man sich – gerade vor dem Hintergrund einer Burnout-Symptomatik – erneut Stress aufbaut und mit Hilfe einer Wunderpille meint, sofort gesund (und wieder leistungsfähig) werden zu können. Der Rückfall ist auf diese Weise bereits vorprogrammiert.
Geduld, Disziplin und ein gewisses Maß an Selbstakzeptanz und Selbstliebe sind vonnöten, um dauerhaft und wirksam aus der Burnout-Spirale auszubrechen. Da das Burnout-Syndrom Körper und Geist betrifft, muss der Heilungsprozess ebenfalls beide Ebenen miteinbeziehen.
Wer bin ich wirklich?
Diese Frage stellen wir uns auch im Rahmen unserer Zenarbeit oft. Wer sind wir eigentlich wirklich – jenseits von den Erwartungen und Projektionen unserer Mitmenschen? Meist kommunizieren wir miteinander über unser Selbstbild. Dies ist jener Anteil, mit welchem wir uns gerne nach außen präsentieren. Wir wollen stark und erfolgreich sein und daher müssen wir ganz viel Leistung erbringen. Aber tief in uns spricht unsere Seele eine ganz andere Sprache: Ich bin schwach und viel zu erschöpft, ich möchte mich einfach nur ausruhen! Unser Ich zwingt uns dennoch, weiterzumachen. Dieser innere Konflikt zwischen unserem Ich (= Selbstbild) und den Bedürfnissen unserer Seele macht uns auf Dauer krank.
Daher ist es wichtig, darüber zu reflektieren: Was will ich (= meine Seele) wirklich? Welches Bedürfnis befriedige ich über meine Karriere? Sehne ich mich nach Akzeptanz, Harmonie oder Sicherheit? Erst wenn wir auf diese Weise ehrlich zu uns selbst sind, kann der Weg der Heilung wirklich beginnen. Denn der Heilungsprozess beginnt im Innen – nicht im Außen. In der Folge schaffen wir es dann auch, unser Leben im Außen neu zu strukturieren.
3-Tage-Liegeretreat
Eine gute Möglichkeit, um mit sich selbst in dieser Weise Kontakt aufzunehmen, ist ein 3-Tage-Liegeretreat. Man nimmt sich drei Tage Zeit und Raum für sich allein und legt sich ins Bett. Lediglich essen, trinken und auf die Toilette gehen, sind erlaubt. Ansonsten keinerlei Kommunikation mit der Außenwelt, Schweigen, kein Fernsehen, keine Bewegung usw. Da man sich nicht bewegt, empfiehlt es sich, die Ernährung für die Zeit umzustellen. Am besten geeignet sind proteinhaltige Produkte wie Sojamilch (Kuhmilchprodukte sind nicht empfehlenswert, da sie den Organismus zu sehr belasten und ansäuern). Wenn man diese nicht mag, kann man Ziegenmilch trinken. Als Alternative bietet sich noch die Hirse an – sie enthält zwar viele Kohlenhydrate, hat aber auch einen hohen Anteil an Mineralstoffen. Man kann sich die Hirse zu Beginn des Retreats kochen und dann im Verlauf der drei Tage Suppe oder leichte Breis daraus zubereiten.
Am ersten Tag weiß man in der Regel nichts mit sich anzufangen – der Kopf rattert, was man noch alles zu tun und erledigen hat. Zweifel kommen auf, wozu das alles gut sein soll. Es ist ungewohnt, sich nicht bewegen zu dürfen, die Anspannung im Körper nimmt zu.
Am zweiten Tag kommen die Emotionen und Gefühle hoch. Dadurch, dass man die körperliche Anspannung nicht abreagieren konnte und kann, treten die ansonsten in den Hintergrund gedrückten Emotionen in den Vordergrund und werden bewusst zugänglich. Für einige Menschen ist der zweite Tag sehr schwierig durchzuhalten. Aber es ist wichtig, weiter zu machen, damit die Gefühle durchlebt und schließlich losgelassen werden können.
Hat man es bis zum dritten Tag geschafft, tritt man jetzt häufig erst in die Erschöpfungsphase ein: Der Körper wehrt sich nicht mehr, die Emotionen sind zum Teil gelöst. Man findet endlich Ruhe und kann wenigstens ein Stück weit zu sich selbst kommen.
Alternativ können Sie auch einen individuellen Retreat in unserem Zentrum Buddhas Weg im Odenwald buchen. Wir beraten Sie gerne!
Körperliche Ebene:
1. Ernährungsumstellung
Menschen, die sehr gestresst sind, neigen besonders abends dazu, zu viele Kohlenhydrate (z.B. in Nudeln, Pizza, Gebäck und Kartoffeln) zu sich zu nehmen. Dies entspricht leider nicht den Bedürfnissen unseres Körpers, der abends bereits in den Ruhemodus eintritt und durch zusätzlichen Brennstoff nur unnötig belastet wird. Am Abend sind daher proteinhaltige Nahrungsmittel, wie z.B. Tofugerichte, zu empfehlen. Gemüse sollte nicht zerkocht sein – als Faustregel gilt, dass es im Innern nicht über 100 Grad erhitzt werden darf, da sonst die Vitamine verloren gehen. Am besten man dämpft das Gemüse, z.B. Blumenkohl in einem Wog, so dass er zwar heiß, aber noch knackig ist.
Bei Bedarf erstellen wir Ihnen im Rahmen einer Ernährungsberatung einen auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Ernährungsplan nach TCM-Richtlinien.
2. Wellness/Massagen/Entspannung
Wellness ist „in” – viele gestresste Zeitgenossen gönnen sich gerne regelmäßig Wellnessanwendungen. Menschen, die sich in ihrem Selbstbild über Annahmen wie „ich bin stark, mich wirft nichts um“ definieren, tendieren eher zur Wahl von „harten” Massagen. Wenn sie sich etwas Gutes tun möchten, bevorzugen sie daher Massagetechniken, die die Muskulatur „gut durchkneten”. Das ist aber eher ungünstig, da es zu feinen Rissen und zum Anstieg von Milchsäure in der Muskulatur führen kann. Die Muskulatur wird noch härter und verspannter.
Sanfte Streichelmassagen entlang der Sehnen hingegen, fördern den Lymphfluss und damit den Abtransport von Schlacken aus den Geweben. Die Gefäße können sich aufgrund der Streichbewegung entspannen und öffnen. Ganz abgesehen von dieser eher körperlichen Wirkung, vermitteln sanfte Massagen auch auf seelischer Ebene das Gefühl von Entspannung und Geborgenheit und fördern so insgesamt das Wohlgefühl.
Außer sanften Massagen empfehlen sich auch alle anderen Maßnahmen, die uns die innere Ruhe ermöglichen. Dies kann individuell sehr unterschiedlich sein. Vom Spaziergang im Wald bis zur stillen Einkehr in der Meditation ist hier alles möglich. Experimentieren ist angesagt!
3. Bewegung
Wenn wir abends „schwer” essen, also viele Kohlenhydrate verzehren, haben wir sicherlich kein ausgeprägtes Bedürfnis, uns übermäßig zu bewegen. Viele erliegen der Versuchung, den Rest des Abends vor dem Fernseher oder Computer mit einer Tüte Chips zu verbringen.
Körperliche Bewegung ist aber für unsere Gesunderhaltung und insbesondere für den Abbau der Anspannung im Rahmen eines Burnout-Syndroms unabdingbar. Wenn die körperliche Erschöpfung zu zunächst zu groß ist, gilt auch hier zunächst: Lieber sanft! Fließende Bewegungsmuster wie etwa beim Tai-Chi oder Qi-Gong sowie Schwimmen sind gut geeignet, um wieder in den Fluss des Lebens zu kommen.
Wenn man wieder etwas zu Kräften gekommen ist, sollte man Sportarten wählen, bei denen man ins Schwitzen kommt, um über den Schweiß Schadstoffe ausscheiden zu können. Darüber hinaus fördert die körperliche Betätigung die Abatmung von Giftstoffen über die Lunge. Spazieren gehen allein genügt also nicht!
4. Schlaf
Ausreichender Schlaf ist existentiell wichtig, um die Regenerationsprozesse von Körper und Geist zu gewährleisten. Es ist daher wichtig, nicht zu spät ins Bett zu gehen, um die Tiefschlafphase zu ermöglichen.
Geistige Ebene:
1. Positiv Denken
Es geht nicht darum, alles schön und toll zu finden. Leid und Glück gehören beide gleichermaßen zu einem erfüllten Leben dazu. Vielmehr gilt es anzuerkennen, dass alles, was passiert seinen Sinn hat. Mit Hilfe von geistiger Schulung oder auch im Rahmen von Psychotherapien kann man lernen, die eigenen Annahmen und Gewohnheitsmuster zu identifizieren und zu verändern. Dies erweitert unser Denk- und Handlungsspektrum und macht uns unabhängiger und freier. Leistungsdenken & Co verlieren ihre existentielle Wichtigkeit – das Erleben im Hier und Jetzt rückt in den Vordergrund.
2. Stille und Meditation
Wenn man in der Wüste eine Pflanze wässert, muss man dies langsam, also tropfenweise tun: Ansonsten verdampft das Wasser sofort. Wir können zunächst mit einer Tröpfchenmeditation beginnen: Über den Tag verteilt jeweils eine Minute innehalten und bewusst ein- und ausatmen. Wenn wir dies regelmäßig tun, sammeln sich die Tropfen der einzelnen Ruhe- oder Besinnungsmomente in unserem Bewusstsein an. Mit ein bisschen Übung können wir diese dann gezielt in stressigen Momenten abrufen und nutzen.
Bei Interesse können Sie mit uns einen Termin für eine persönliche Burnout-Beratung in unserem Buddhistischen Gesundheitszentrum (Tel. 069-484498-60) vereinbaren. Unsere erfahrenen Therapeuten stellen Ihnen gerne ein individuelles und ganzheitliches Therapiekonzept nach TCM-Richtlinien zusammen.
Rufen Sie uns an – wir beraten Sie gerne!
Sie sind auch herzlich eingeladen, an einem weiterführenden Wochenendseminar zum Thema “Burnout” mit Zen-Meister Thich Thien Son in unserem Kloster, Seminar- und Gesundheitszentrum im Odenwald teilzunehmen. Die Informationen dazu finden Sie hier.
Burnout – wenn Körper und Geist ausbrennen
Die Entwicklung eines Burnouts aus der ganzheitlichen Sicht der TCM
(nach einem Dharmatalk des Zen-Meisters Thich Thien Son, 20. Januar 2010 in der Pagode Phat Hue)
(”Wege aus dem Burnout mit Hilfe der Traditionellen Chinesischen Medizin” finden Sie hier)
Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Handys, Fernsehen, Werbung, Internet: Unser Geist bekommt nahezu ununterbrochen Impulse aus der Außenwelt. Da es zudem ständig etwas Neues auf dem Markt gibt, kommen wir gar nicht mehr hinterher. Wir spüren, unser Leben ist viel zu kurz. Wir leben in dem Gefühl, ständig etwas zu verpassen.
Das Problem ist, unser Geist ist sehr beweglich und schnell. Unser Körper jedoch benötigt viel mehr Zeit, um sich an neue Gegebenheiten anzupassen, er ist in seiner Entwicklung wesentlich langsamer. Das führt dazu, dass sich Körper und Geist nach und nach voneinander entfernen oder auseinander entwickeln – sie sind nicht mehr im Einklang miteinander. Der Körper kann den Anforderungen irgendwann nicht mehr gerecht werden, der Geist ist hyperaktiv und immer häufiger erschöpft. Wir brennen an beiden Enden aus, körperlich und geistig. Dies ist die eigentliche Bedeutung von „Burnout”.
Das Burnout-Syndrom ist eine typische Erscheinung des letzten Jahrhunderts – vorher waren die depressiven Erkrankungen vorherrschend. Eine Depression zeigt sich vorrangig auf der mentalen Ebene – der Körper wird erst im Verlauf der Symptomatik in Mitleidenschaft gezogen. Beim Burnout-Syndrom sind dagegen direkt beide Ebenen, Körper und Geist, betroffen. Unser Körper weigert sich, wir fühlen uns völlig erschöpft, wir schreien innerlich „ich kann nicht mehr“, wollen nicht mehr arbeiten. Aber dennoch raffen wir uns immer wieder auf und zwingen uns weiter zu arbeiten – bis die Kraftreserven endgültig erschöpft sind und nichts mehr geht.
Nur wer viel leistet hat eine Existenzberechtigung …
In der Leistungsgesellschaft populäre Annahmen wie „Ein guter und erfolgreicher Mensch ist immer beschäftigt und hat niemals Zeit” verstärken diese Entwicklungen. Es passt einfach nicht mehr in unsere Zeit, auf die Frage „Was machen Sie gerade?” zu entgegnen: „Oh, ich liege im Garten und genieße die Sonne!” Anstelle dessen sind wir eher geneigt, zu behaupten, wir seien sehr beschäftigt, auch wenn es vielleicht nicht unbedingt den Tatsachen entspricht. Es macht einfach keinen guten Eindruck nach außen, Zeit zu haben. Der Leistungs- und „Präsentier”druck hat uns gut im Griff. Es ist wie auf einem Laufband im Fitnessstudio: Auch wenn man nur auf einer Stelle tritt, man muss sich ständig bewegen.
Wenn wir von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommen, setzen wir diese Lebensweise fort. Erstmal wird der Fernseher angestellt, wir surfen im Internet, chatten bis in die Nacht und telefonieren nebenher noch mit unseren Freunden. Dann gehen wir in diesem elektrisierten Zustand ins Bett und wundern uns, dass wir nicht schlafen können. Die Anspannung ist immer noch im Körper. Viele Menschen versuchen dann, diese durch Betäubungsmittel unterschiedlicher Art zu reduzieren. Männer neigen eher zu Sexualität und Alkohol, Frauen bevorzugen Beruhigungstabletten, um die innere Ruhe künstlich zu erzeugen und zu entspannen.
Fehlender Tiefschlaf belastet Leber und Galle
Es ist heutzutage völlig normal, erst gegen 23 oder 24 Uhr schlafen zu gehen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist dies die Organzeit der Gallenblase, um 1 Uhr gefolgt von dem Leberfunktionskreis. Da beide Organe für den Abbau von Fetten und Giftstoffen von entscheidender Wichtigkeit sind, führt es zu tiefgreifenden Folgen, wenn es aufgrund von fehlenden Tiefschlafphasen zu Einbußen in der Effektivität der Organfunktionen kommt.
Da wir in der Regel abends dazu neigen, viele Kohlenhydrate in Form von Brot, Kartoffeln, Spagetti und gekochtem Gemüse (oder noch besser: Schokolade, Chips und Cola) zu uns zu nehmen, können Galle und Leber sich nicht in der Nacht erholen. Normalerweise benötigt unser Körper Kohlenhydrate als Brennstoff für körperliche Aktivität und Bewegung. Nach Sonnenuntergang schaltet der Organismus aber seinen Betriebsmodus von „Superbenzin” auf „Diesel” um – wir werden von Natur aus träger und der Stoffwechsel verlangsamt sich. Wir kippen aber dennoch „Super” in unserem Motor – kein Wunder also, dass wir daraufhin körperlich und in der Folge auch geistig „überdreht“ sind und nicht zur Ruhe kommen können.
Um nun den Überschuss von Kohlenhydraten in unserem Blut abzubauen, wird der Mineralstoffvorrat herangezogen. Zudem kommt es im Zuge der Abbauprozesse zum Anstieg von Milchsäure – wir werden zunehmend „sauer”.
Viele Menschen mit Burnout-Syndrom wachen zwischen 2-5 Uhr auf und sind hellwach – die Zeit von Leber und Lunge. Dies rührt daher, dass die Leber in ihrer Funktion überdreht ist und es zu einem Energieschub im Körper kommt. Diese zur Verfügung stehende Energie will verwertet werden – sie verträgt sich nicht mit dem Schlaf. Daher verspürt man in dieser Zeit den Drang, aufzustehen und umherzulaufen, um die Energie sozusagen abzuarbeiten.
Typisch ist in diesem Stadium auch ein trockener Husten, der gegen 3 Uhr nachts auftritt. Dies ist ein Zeichen, dass die Leber zunehmend gestresst ist.
Wenn die Anspannung steigt …
Mit der Zeit kommt es aufgrund des Schlafdefizits und der beschriebenen Stoffwechselveränderungen zu immer größerer Erschöpfung. Dazu gesellt sich vermehrt schlechte Laune und Reizbarkeit. Entsprechend begegnen wir unseren Mitmenschen mit dieser geballten Energie. Wenn dann im Büro noch unendlich viel Arbeit auf uns wartet und uns jemand anmotzt, eskaliert das Ganze sofort und wir reagieren gereizt. Das Anspannungsniveau steigt so auch während des Tages.
Der Magen reagiert …
Man entwickelt Heißhungerattacken, da der Zuckerspiegel auf Grund des Dauerstresses im Blut schnell sinkt und steigt. Der Heißhunger wiederum verleitet dazu, dass man hastig und hektisch isst, also die Nahrung nicht genügend einspeichelt und kaut. Die notwendigen Verdauungsenzyme werden so nicht ausreichend mobilisiert. In der Folge entstehen Magenprobleme, da der Speisebrei nicht mehr richtig verarbeitet werden kann. Die Drüsen in der Magenschleimhaut produzieren vermehrt Magensäure, um dem Verdauungsprozess auf die Sprünge zu helfen, aber das funktioniert auf Dauer nicht. Es kommt zu krampfartigen Magenschmerzen – und in schweren Fällen zu Geschwüren.
Auch der Darm wird „sauer” …
Wenn der Magen nicht richtig arbeitet, wirkt sich dies auch auf die Darmfunktion ungünstig aus. Auch hier werden nicht genügend Enzyme produziert, um die Nahrung weiter zu verarbeiten – sie verbleibt daher zu lange im Darm und sorgt für Gärungsprozesse und Blähungen. Am After kann es durch den vermehrten Anfall von Säuren zu Hautirritationen, Nässen und schließlich zu Hämorrhoiden kommen.
Geschwächtes Immunsystem und Allergien …
Das Immunsystem wird im Verlauf dieser Entwicklung schwächer. Je mehr Wert eine Bevölkerung auf Sauberkeit und Hygiene legt, umso mehr neigen die Menschen zu Allergien: Hausstaub, Katzenhaare und Stauballergie. Allergien entstehen, wenn der Darm nicht richtig arbeitet. Die Giftstoffe werden nicht ausreichend abgebaut und der Organismus sucht einen Weg, sie loszuwerden. Dies geschieht zum Teil über die Haut in Form von „Streßpocken” (Pusteln und Pickel im Hals- und Gesichtsbereich), aber auch über die sehr sensiblen Schleimhäute in Nase und Lunge.
Chronischer Stress kann Zellen zerstören …
Eine weitere, z.B. auch in Japan häufig anzutreffende Entwicklung ist, dass sich andauernder Stress bevorzugt auf die Reproduktionsorgane, vor allem auf die Prostata bei Männern und auf die Eierstöcke und Gebärmutter bei Frauen legt. Dies kann sich in Krebs- oder anderen Tumorerkrankungen äußern. Stress wandelt langwellige Impulse in kurzwellige um. Kurzwellige Impulse aber verändern und zerstören unsere Zellen im Körper, da die Zellen in schnellere Vibrationen versetzt werden. Da auch unser Hormonhaushalt über die Reproduktionsorgane reguliert wird, hat diese Auswirkung des Stresses besonders weitreichende Folgen für unsere körperliche und geistige Gesundheit und Wohlbefinden. Es ist interessant, dass sich hier die Folgen von Stress in den Organsystemen bemerkbar machen, die für das Entstehen neuen Lebens zuständig sind. Man kann sagen, unsere Organe zeigen uns mit dieser Reaktion, dass unser eigenes Leben gefährdet ist, wenn wir es nicht schaffen, unsere Stressfaktoren zu reduzieren.
Lesen Sie hier weiter über “Wege aus dem Burnout mit Hilfe der Traditionellen Chinesischen Medizin”.
Bei Interesse können Sie mit uns einen Termin für eine persönliche Burnout-Beratung in unserem Buddhistischen Gesundheitszentrum (Tel. 069-484498-60) vereinbaren. Unsere erfahrenen Therapeuten stellen Ihnen dann ein individuelles und ganzheitliches Therapiekonzept nach TCM-Richtlinien zusammen. Rufen Sie uns an – wir beraten Sie gerne!
Ehrw. Thich Thien Son: Widmung für die Menschen in Haiti
Heute ist Donnerstag der 21.Januar 2010 – ich schaue aus dem Fenster. Die Sonne scheint. Der Himmel ist blau. Einige weiße Wolken ziehen über unsere Pagode hinweg. Auf der Straße fahren Autos. Menschen gehen auf dem Bürgersteig, auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen. Ein ganz alltäglicher Blick aus meinem Fenster heraus. Heute ist am Esstisch eine Nachricht zu mir durchgedrungen, dass in Haiti ein Nachbeben die Erde erschüttert hat. Mehr als 100.000 Tote, hunderttausende Menschen wurden obdachlos. Wie viele weitere Katastrophen auf diese Serie von Erdbeben folgen, wissen wir nicht.
Tagein, tagaus werden wir mit solchen schrecklichen Nachrichten überhäuft. Und anfangs reagiert man geschockt – doch nach 5 Minuten vergisst man es bereits. Unser Alltag läuft weiter. Ein Problem, das am anderen Ende der Welt besteht, läuft so schnell an uns vorbei. Wir widmen unsere Aufmerksamkeit unseren eigenen Problemen, die viel, viel größer zu sein scheinen als alle großen Katastrophen dieser Welt. Heute, da ich über diese Nachrichten aus Haiti nachdenke und aus dem Fenster schaue, spüre ich, wie glücklich und dankbar wir eigentlich sein sollten: Wir dürfen in einem Land leben, das wenig von Katastrophen dieser Art und dieses Ausmaßes heimgesucht wird.
Die Gefühle von Glück und Dankbarkeit, die ich in mir trage, möchte ich den Menschen widmen, die jetzt, in diesem Moment, in diesen Katastrophengebieten leben. Ich wünsche mir, ihnen diese Energie zuzuschicken, auf dass ihr Herz Erleichterung spüre in dieser schrecklichen Situation. Mögen wir alle dazu beitragen, die Menschen dieser Erde ein Stück weit glücklicher zu machen – sei es durch materielle oder geistige Unterstützung. Viele Hilfsorganisationen haben bereits Hilfe geleistet. Viele Menschen konnten etwas von ihrem Geld mit denjenigen teilen, die es nun benötigen.
Ich möchte Sie dazu aufrufen, dass Sie all die glücklichen Momente, die Sie erfahren, mit diesen Menschen teilen. Schicken Sie Ihnen Ihr Glück, Ihre Zufriedenheit, Ihren Frieden und Ihre Liebe. Ich hoffe, dass dadurch innere Wunden, Schmerz und Trauer gelindert werden können. Ich bete für die Menschen in Haiti, dass das Land bald ein normales Leben weiterführen kann. Ich wünsche den Menschen innere Kraft und Liebe in dieser schwierigen Zeit.
Thich Thien Son