Archive for Juni 2008
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Vajramala (DBU) und der Ehrw. Thich Thien Son – Interview und Diskussionsrunde
Vajramala – derzeitige Vorsitzende der Deutschen Buddhistischen Union – besuchte die Pagode Phat Hue aus Anlass eines Interviews und einer Diskussionsrunde mit dem Ehrw. Abt und Zenmeister Thich Thien Son. Während des Interviews erläuterte Vajramala anhand ihrer eigenen Lebens- und Praxisgeschichte, wie sich der Buddhismus in Deutschland entwickelte. Die Diskussionsrunde mit dem Ehrw. Thich Thien Son griff das Thema Buddhismus in Deutschland auf, konzentrierte sich aber auch auf das Verhältnis von Ordinierten und Laienpraktizierenden.
Interview Vajramala
- Freitag 01.08. 18:02 Uhr + 23:02 Uhr
- Sonntag 03.08. 21:02 Uhr
Diskussion Vajramala und Thich Thien Son
- Dienstag 22.07. 18:45Uhr + 23:45
- Samstag 26.07. 20:45
Ehrw. Pa Auk Sayadaw in der Pagode Phat Hue
Was ist Leben – was bedeutet Leben? Dies waren die zentralen Fragestellungen der Dharmarede am Dienstagabend. Der Ehrw. Pa Auk Sayadaw erklärte, dass Leben aus buddhistischer Sicht automatisch auch die Erfahrung der drei Daseinsmerkmale Vergänglichkeit (anicca), Leid (dukkha) und Ich-Losigkeit (anatta) beinhaltet. Wieso ist dem so? Weil alle Körperlichkeiten (rupa) und alle geistigen Objekte (nama) letztendlich durch winzige, subatomare Partikel – so genannte Kalapas - zusammengesetzt sind, welche wiederum selbst dem Prinzip der Vergänglichkeit unterworfen sind. Abhängig von den jeweils aktuellen Bedingungen finden sie sich in unterschiedlicher Kombination zusammen, um die materiellen und die geistigen Objekte zu formieren. Das Leid entsteht, wenn wir versuchen, an den Phänomenen festzuhalten. Da alle Erscheinungen vergänglich sind, muß dies zu Frustration und Unzufriedenheit führen. Wenn sich die Zusammensetzung der Objekte ständig ändert, kann es auch kein “dauerhaft in dem Objekt wohnendes”, also beständiges “Selbst” geben. Alle Erscheinungen sind daher ihrer Natur nach “leer”. Die Dinge entstehen und vergehen in jeder Sekunde – nur durch das Zusammenspiel von Ursache und Wirkung bedingt.
Neben diesen eher abstrakten Themen sprach der Ehrw. Sayadaw auch über praktische Aspekte der Samatha- und Vipassana-Meditation. Was bedeutet eigentlich Achtsamkeit auf den Atem? Wie ist der Ablauf einer Meditation auf die vier Elemente? Wann und für wen ist welche Meditationsform sinnvoll? Im Rahmen von privaten Interviews und in Frage-Antwort-Stunden hatten die Teilnehmer ausreichend Gelegenheit, persönliche Fragen zu ihrer Meditationspraxis zu stellen.
Darüber hinaus wurde der Retreat bereichert durch die morgendlichen Dharmareden des Ehrw. U Jagara.
Er verstand es, die Zuhörer durch seine warmherzigen, klaren und praxisorientierten Unterweisungen zu begeistern. So wurden auch kompliziertere Sachverhalte wie die Beruhigung des Geistes durch Arbeit mit den Sinnestoren nachvollziehbar. Ehrengäste wie der Ehrw. Dhammadipa rundeten den Event ab.
Und das Beste: durch die Initiative unseres Ehrw. Abtes Thich Thien Son ist im nächsten Jahr ein weiterer Retreat mit dem Ehrw. Pa Auk Sayadaw geplant!
Und zu guter letzt: die DVD des Dharmatalks “The Meaning of Life” von dem Ehrw. Pa Auk Sayadaw ist bereits bei uns in der Pagode erhältlich. Weitere DVDs und Videomitschnitte sowie Texte zum Pa Auk Sayadaw-Event folgen in Kürze!
Saddhu Saddhu Saddhu
Vesak – Ostpark
Viele verschiedene buddhistische Zentren und Gruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet organisierten nun bereits zum dritten Mal das Vesak-Fest im Frankfurt Ostpark. Während das letzte Vesak 2007 wortwörtlich ins Wasser fiel, hielt sich der Regen dieses Jahr höflich zurück – Sonnenschein überwog und vertrieb dunkle Gewitterwolken.
Das Vesak-Fest erinnert an die Geburt, Erleuchtung und den Eintritt in das Nirvana (Parinibbana) des Buddhas vor mehr als 2550 Jahren in Nordindien. Traditionell feiern asiatische Länder dieses Fest am ersten Vollmond im Mai als eines der wichtigsten und größten buddhistischen Feiertage. Der Vollmond symbolisiert hierbei Buddhas Erwachen.
Jedes Jahr nimmt die Zahl der interessierten Besucher, der Veranstalter und der Helfer zu. Dieses Jahr nahmen sich rund 3000 Besucher aus Frankfurt und Umgebung Zeit, um zusammen Buddhas Geburtstag zu feiern.
Das Bühnenprogramm begann mit einer Einführung in die Vesak-Aktivitäten durch den Moderator Michael Paul und einer Rede des Ehrw. Thich Thien Son, Abt der Pagode Phat Hue. Die darauf folgende Eröffnungszeremonie wurde in vietnamesischer und singhalesischer Tradition gehalten. Die Rezitation leitete die Buddha-Waschung ein, der sich nach den ordinierten Mönchen und Nonnen die Besucher des Festes anschlossen. Die Buddha-Waschung als Symbol der Reinigung des eigenen Geistes beendete, begleitet von Rezitationen und Musik, diesen ersten Teil der Vesak-Feier.
Bis zum Abend konnten die Besucher vor der Bühne zahlreichen buddhistischen Vorträgen sowie Dharma-Reden lauschen. Vorträge aus der Theravada-Tradition, eine Rede unseres Ehrw. Abtes Thich Thien Son ein Vortrag Alfred Weils und eine Diskussion mit Prof. Dr. Klaus boten verschiedenste Perspektiven auf den Buddhismus im Westen.
Kung Fu Vorführungen, ein Konzert der Ehrw. Ani Choying, kulturelle Darbietungen, Einführungen in die Meditation im eigenen Meditationszelt, buddhistische Ausstellungsstücke und Geschichtenerzählen im Kinderzelt rundeten das Rahmenprogramm hervorragend ab.
Der Tag endete mit einer Kerzenzeremonie, in die das gesamte Publikum einbezogen wurde. Jeder Teilnehmer erhielt eine Kerze, zusammen bildete man einen großen Kreis und umrundete den Festplatz in gemeinsamer “Om Mani Padme Hum” Rezitation. Jede Person umrundete den Platz dreimal bis die Zeremonie ein besonderes Ende fand: Jeder Teilnehmer der Zeremonie erhielt die Möglichkeit, von einer Buddha Reliquie gesegnet zu werden. Wie jedes Jahr war auch diese Endzeremonie ein sehr schöner und harmonischer Abschluss des Vesak 2008.
Vesak 2008 wurde ein sehr schönes Fest ohne große Schwierigkeiten und lässt das Beste für Vesak 2009 hoffen – wir hoffen, sie auch dann wieder zum Geburtstag Buddhas begrüßen zu dürfen.
Die Stimme Tibets – Ein Konzertbericht
Der Abend der gesungenen Mantras mit Ani Choying war entzückend. Es ist eine wundervolle Erfahrung, solch weichen und ruhigen Melodien zu lauschen, wissend, dass es sich um die Klänge von Mantren handelt. Ani Choying eröffnete den Abend mit einem besonderen Avalokiteshvara-Mantra und beendete ihn mit dem wohl bekannten Om Mani Pad Me Om – an dessen Rezitation sich das gesamte Publikum beteiligte.
Anlässlich des Konzerts der Ehrw. Ani Choying wurde zunächst ein neuer Dokumentarfilm vorgeführt, der das Nonnenkloster „Arya Tara“, Ani Choyings Biographie und ihr gegenwärtiges Engagement und Arbeiten für tibetische Nonnen in Nepal präsentierte. Interview-Auszüge Ani Choyings, Aufnahmen aus dem Alltag ihres Nonnenklosters, wunderschöne Bilder und Melodien stimmten die Besucher auf den folgenden Abend gesungener Meditation ein.
Nach guter Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Folksänger Steve Tibbett, erkannte Ani, dass sie mit
ihrer Stimme, den tibetischen Mantren und ihrem Wissen über Chöd – einer besonderen tibetischen Rezitations- und Dharmapraxis – Geld ansammeln konnte. Ani Choying war sich darüber im klaren, dass sich solch ein Einkommen nicht mit der Verantwortung einer Nonne vereinbaren ließ. Doch nicht das Geldverdienen ist ihre Motivation – alle Einnahmen, die sie durch ihre Gesänge und Rezitationen erhält, werden in Anis Nonnenkloster Arya Tara investiert und unterstützen tibetische Nonnen in ihrer spirituellen Ausbildung und sichern deren Grundbedürfnisse. Ebenfalls ist es so Ani Choying weiterhin möglich, Dharma immer weiter zu verbreiten. So erreicht die Buddhas Lehre immer mehr Menschen auf Ani Choyings ganz besondere Art und Weise.
Ani widmet ihre Energie und Zeit das Leben von 54 Nonnen zu finanzieren, aufrechtzuerhalten, sie über die Runden zu bringen und ihnen zusätzlich eine spirituelle und moderne Erziehung zu ermöglichen. Ani reist von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent, von Show zu Show und Meeting zu Meeting, nur um ihrem Nonnenkloster dies zu ermöglichen. In dem vorgeführten Film erzählte Ani, wie sie im klösterlichen Leben aufwuchs. Viele der dort lebenden Ordinierten kannten zwar Mantren, zeremonielle Rituale und buddhistische Texte auswendig, konnten jedoch nicht einmal ihren eigenen Namen schreiben. Die hohe Bedeutung, die Ani Choying einer modernen Erziehung zuschreibt, deckt sich mit den Ansichten S.H. Dalai Lamas zu diesem Thema. Als der Dalai Lama Ani Choyings Tempel einweihte, fragte er daher witzelnd „Du bringst ihnen doch hoffentlich nicht nur das singen bei, oder?“
In letzter Zeit erhält die Ehrw. Ani Choying immer wieder negative Kritik. In manchen Augen übertritt Ani Choyings wachsende Popularität und ihr „Pop-Star-Status“ die Grenzen eines adäquaten Verhaltens buddhistischer Nonnen. Viele Personen sind mit ihrer Lebensart und ihrer Methode des Geldverdienens durch das Singen nicht einverstanden. Daher wurde es Ani Choying immer wichtiger, die heilsame Motivation zu verdeutlichen, die hinter diesem Lebensstil steht.
Der Abend tibetischer Rezitation in der Pagode Phat Hue war ein Erfolg auf beiden Seiten. Zum einen fand sich ein Publikum von rund 100 Personen ein und lauschte den wunderschönen Gesängen und Chöd – Dharma – Vorträgen Ani Choyings. Zum anderen erhielt das deutsche Publikum einen Einblick in das bereits vergangene und gegenwärtige Privatleben der Ehrw. Ani Choying.
Mehr über Ani Choying sehen sie in unserem Video Interview
Unsere Hilfe für Burma
Spendenaufruf für die Opfer der Naturkatastrophe in Burma
Liebe Freunde, die Sangha der Pagode Phat Hue möchte mit Eurer Hilfe eine gezielte Unterstützung für die Betroffenen in Burma leisten.
Wir wollen mit den gesammelten Spenden den Menschen in ihrer Not helfen und die notwendigsten Nahrungsmittel zum Überleben sichern. Weiterhin wird die Hilfe zum Wiederaufbau von Unterkünften eingesetzt. Durch unsere persönliche Verbindung nach Burma können die Geldmittel direkt vor Ort übergeben werden und kommen daher den Hilfsbedürftigen ohne Umwege zu Gute.
Ihr könnt Eure Spende auf folgendes Konto mit dem Stichwort BURMA überweisen:
Deutsch-Vietnamesisch-Buddhistische Gemeinde e.V.
Hanauer Landstraße 443, 60314 Frankfurt
Kontoverbindung: Volksbank Frankfurt am Main
BLZ 501 900 00 Kto-Nr. 6200 985 883
Mit dieser Dana Praxis (Opfergabe) drücken wir auch unseren Dank dafür aus, dass wir in unserem Land in einer gesicherten Umgebung leben dürfen.
Bitte beteiligt Euch auch gemeinsam mit uns an der spirituellen Unterstützung und sendet täglich Kraft und Mitgefühl an die Menschen in Burma.
Vielen Dank für Eure Hilfe
Sangha Pagode Phat Hue
