Allgemeines
Der Wasserbüffel als Verkörperung eines Bodhisattva
Vor langer langer Zeit…
…gab es weit oben im Himmel zwei Engel, die sich sehr lieb hatten. Sie wollten daher heiraten. Auf der Erde ist es so, dass man sich ohne größere Probleme scheiden lassen kann, sollte man dann doch nicht so recht zusammen passen. Aber im Himmel ist das anders. Vor Gott muss eine Ehe für die Ewigkeit halten, daher sagte Gott zu den beiden Engeln, dass sie sich zunächst einer Prüfung unterziehen müssten, bevor sie sich das Ja-Wort geben dürften. › Continue reading
Der Wasserbüffel ist da – mit Mut und Ausdauer ins neue Jahr starten!
Über 1000 Menschen verabschiedeten sich heute in der Pagode Phat Hue von dem Jahr der Ratte, um das neue Jahr im Tierkreiszeichen des Wasserbüffels zu begrüßen. Nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres wird es in den kommenden Monaten eher ruhig werden – was nicht bedeutet, dass wir uns nun auf unseren Lorbeeren ausruhen können. Vielmehr ist Standfestigkeit und Beharrlichkeit gefragt, um den Herausforderungen 2009 konstruktiv begegnen zu können. Der Wasserbüffel wird uns dabei unterstützend zur Seite stehen und uns auf seinem breiten Rücken über weite Strecken und Hindernisse tragen.
Opfergaben, Vorhersagen und die Freude des Wiedersehens
Bereits am Vormittag trafen viele, vor allem asiatische Besucher, aus dem ganzen Bundesgebiet ein. Sie brachten in der reichhaltig geschmückten Buddhahalle Opfergaben dar und bereiteten sich über I-Ging-Orakel und Vorausschau auf 2009 auf das neue Jahr vor. Das vietnamesische Silvester- und Neujahrsfest zählt zu den am zahlreichsten besuchten Jahreskreisfesten der Pagode – es ist ein willkommener Anlass, um Familienmitglieder und Freunde zu treffen und gemeinsam zu feiern.
Am späten Nachmittag, nach dem festlichen Einzug der Mönche und Nonnen, konnte man sich mit Rezitationen und den 108 traditionellen Verbeugungen vom Ballast des Vorjahres befreien, um unbeschwert in das neue Jahr durchzustarten. Der Abend begann zunächst mit kulinarischen Genüssen dank des reichhaltigen vietnamesischen Buffets – leckere Suppen, vegetarische Gemüsegerichte und köstliche Getränke mit Kokosmilch verführten die Besucher. Als „Dessert“ gab es der Tradition gemäß Karaoke für alle, die Spaß am Singen hatten.
Buddhareliquien und Drachentanz
Eine halbe Stunde vor Mitternacht wurden während eines erneuten Einzugs der Mönche und Nonnen in die Buddhahalle, die Reliquien zum Hauptaltar gebracht. Nach Rezitationen und Gesängen wurde das neue Jahr in vietnamesischer, deutscher und englischer Sprache begrüßt. Der Abt der Pagode, der Ehrw. Thich Thien Son, gab der Gemeinde seinen Segen für 2009. Nach dem obligatorischen Drachentanz und Feuerwerk im Zengarten konnten die Besucher Gaben und Segen der Mönche und Nonnen entgegen nehmen, um so gestärkt nach Hause und in das neue Jahr gehen zu können.
Die Silvester- Neujahrsfeierlichkeiten sind damit noch nicht zu Ende – sie haben gerade erst begonnen. Schauen Sie doch mal vorbei.
Das weitere Programm finden Sie hier.
Grüße zum vietnamesischen Neujahr vom Ehrwürdigen Abt Thich Thien Son im Jahr des Wasserbüffels
Der Augenblick des Neubeginns, das sind die magischen Sekunden kurz vor dem Jahreswechsel. Gespannt warten wir jedes Jahr auf diesen Moment. Für uns Vietnamesen und die meisten Asiaten hat das Silvesterfest eine sehr große Bedeutung. Es ist das wichtigste Fest im Jahr. Auch, weil wir an diesem Tag dem Maitreya-Buddha gedenken. In unserer Kultur symbolisiert er Glück, Fröhlichkeit und Leichtigkeit. Wir wünschen uns am Silvesterabend den Segen des Maitreya-Buddha, sodaß wir die guten Anteile, die er verkörpert, ein Stück in uns selbst verwirklichen können. Jedes neue Jahr ist auch eine neue Konstellation und eine neue Herausforderung. Für das Glück und die Leichtigkeit haben wir vielleicht in diesem Jahr eine neue Chance und wir können es ein wenig mit beeinflussen. Dabei kommt es darauf an, welches Tier das neue Jahr repräsentiert: Es ist der Wasserbüffel. Der Wasserbüffel leistet viel, arbeitet hart, kann viel ertragen – körperlich und seelisch. Und das Besondere am Wasserbüffel ist, dass er sich nur sehr selten schlechte Laune anmerken lässt. Wenn er sich überfordert fühlt oder eine bestimmte Tätigkeit nicht gerne ausübt, würde er diese Arbeit nie verweigern oder seinen Unmut darüber äußern.
Für 2009 sollten wir uns diese Qualitäten des Büffels aneignen. Das vergangene Jahr der Ratte hat viele finanzielle Einbrüche gehabt, nicht nur in der Finanzwelt, auch bei vielen einzelnen Menschen. Viele sind mit Geld verschwenderisch umgegangen, die Lust am Ausgeben war oft groß. In diesem Jahr sollten wir dagegen steuern und sparen. Wir müssen uns in Geduld üben und viele Dinge, wie sie sind, lernen zu akzeptieren. Große und kleine Anforderungen von außen sollten wir versuchen zu meistern, Schritt für Schritt – wie ein Wasserbüffel. Schaut nicht von unten auf den großen Berg, sondern seht die kleinen Stufen, die Herausforderungen, die ihr schon geschafft habt. Die Pagode Phat Hue, die Gemeinde und besonders die Mönche und Nonnen wünschen Euch ein gesegnetes neues Jahr, viel Glück und Gesundheit. Möge jede/r die Ausdauer des Wasserbüffels in sich tragen und entwickeln. Möget Ihr stark und geduldig mit euch selbst und Euren Mitmenschen sein. Und vergesst bei alldem nicht die fröhliche Leichtigkeit des Maitreya-Buddha.
Herzlich grüßt
Bhikkhu Thich Thien Son.
“Ausstellung” zum Jahr des Wasserbüffels: Ein Hauch Vietnam in der Buddhahalle
Aus Anlass des diesjährigen chinesischen Neujahrsfestes erhielt die Buddhahalle der Pagode Phat Hue einen ganz besonderen Schmuck – Dekorationen und Beispiele vietnamesischer Baukunst, die den Besuchern der Neujahrsfeiern inVietnam normalerweise unter freiem Himmel geboten werden, können ab heute bei uns im Herzstück unseres Tempels bestaunt werden: Umrahmt von Moos, Gräsern und exotischen Pflanzen befindet sich ein Teich, Lotusblumen ragen aus dem frischen Wasser, über das sich eine nach alter Tradition gebaute Bambusbrücke spannt; Fischreusen, vietnamesische Tragekörbe und vielerlei andere Arbeitsgegenstände aus dem typischen Arbeitsalltag der Menschen in Vietnam liegen zwischen grünen, großblättrigen Pflanzen und bringen ein Stück Vietnam nach Deutschland. Den Schluss bildet eine kleine ebenfalls traditionell erbaute Bambushütte.
Sie alle sind herzlich eingeladen, sich diese besondere “Ausstellung” zu Beginn des “Wasserbüffel-Jahres” in Ruhe anzuschauen und eine Weile in der besonderen Atmosphäre unserer Buddhahalle zu verweilen.
Der Ehrw. Thich Thien Son in “Buddhismus Aktuell” – Wie Ängste uns steuern
Der Ehrw. Abt der Pagode Phat Hue Thich Thien Son gab für die aktuelle Ausgabe von “Buddhismus Aktuell” ein Interview zum Thema “Wie Ängste uns steuern”. Hier können sie den Artikel online lesen! Beschrieben werden das Modell der drei Grundängste und die unterschiedlichen Gefühlswelten, die aus ihnen hervorgehen. Was ist eigentlich Angst? Wie können wir es schaffen, trotz unserer Ängste frei zu handeln und zu entscheiden? Welchen nutzen hat es, sich mit Angst zu konfrontieren und mit ihr auseinanderzusetzen?
Die Januar-Ausgabe von Buddhismus Aktuell widmet sich dem Thema “Die Kunst des Heilens, Buddhistische Psychotherapie”. Es finden sich Beiträge von Thich Nhat Hanh, Ulli Olvedi Silvya Kolk und Anderen.
Zur Homepage von Buddhismus Aktuell gelangen sie hier.
Herzliche Bitte um Unterstützung für Kinder in Vietnam
„Menschen dabei behilflich zu sein, nicht von Ängsten zerstört zu werden, ist das größte Geschenk überhaupt.”
(Thich Nhat Hanh)
Liebe Freundinnen und Freunde der Pagode Phat Hue,
seit vielen Jahren begleite und unterstütze ich vietnamesische Kinder, die immer noch unter den Folgen des Vietnamkrieges leiden. In der Provinz Quang Tri (ausgesprochen: Wang Tei), in der Mitte des Landes an der Grenze zu Laos, leben unzählige Kinder, die verwahrlost oder grausam entstellt sind.
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Ost und West treffen sich unter dem Tannenbaum
Weihnachtsfeier in der Pagode Phat Hue
„Dass Ihr heute hier mit uns in der Pagode feiert und nicht zu Hause im Kreise Eurer Familie, zeigt wie sehr die vietnamesisch- und die deutsch-buddhistische Gemeinde im letzten Jahr zusammengewachsen sind”, so eine Rednerin auf der gestrigen Weihnachtsfeier.
Neu: Weg des Zen in der Pagode Phat Hue …
Endlich ist es soweit: In der Rubrik „Weg des Zen” nun eine ausführliche Einführung in unsere Zenarbeit, wie sie in der Pagode Phat Hue in den Zenseminaren gelehrt und praktiziert wird. Hier geht es direkt zu den Artikeln:
Die 1. Stufe der Betrachtung: Unser Körper
Die 2. Stufe der Betrachtung: Unsere Gefühle
Die 3. und 4. Stufe der Betrachtung: Konzepte und Gewohnheitsstrukturen
Die 5. Stufe der Betrachtung: Wahrnehmung und Bewusstsein
Viel Spaß beim Lesen!
12. Dezember 2008 – Dankbarkeit und Vergebung
Ein Meditationsabend mit Bhante Punnaratana
Über 50 Menschen versammelten sich Freitagabend in der vorweihnachtlich geschmückten Buddhahalle der Pagode Phat Hue, um über Dankbarkeit und Vergebung zu meditieren. Tannenzweige, goldene und kupferfarbene Weihnachtsbaumkugeln sowie ein Lichtermeer von Kerzen umgaben die drei im Zentrum aufgestellten Buddha-Statuen. Diese Kombination von buddhistischer und abendländisch-christlicher Dekoration spiegelte die Botschaft des gelungenen Abends wider: unabhängig von individueller Religion und Glauben können wir inneren Frieden nur dann finden, wenn wir Dankbarkeit und Vergebung in unserem Leben praktizieren. Jesus und Buddha haben uns dies gleichermaßen vorgelebt.
Die vier so genannten Unermesslichen der buddhistischen Lehre, liebende Güte (metta), Mitgefühl (karuna), Mitfreude (mudita) und Gleichmut (upekkha) dienen uns als hilfreiche Lampen auf dem Weg. Denn: einem guten Freund zu danken und zu vergeben, stellt für die meisten von uns keine große Schwierigkeit dar. Aber wie verhält es sich mit unseren „Feinden“ – können wir ihnen wirklich aus ganzem Herzen für ihre Lehrstunden danken und ihnen für den Schmerz, den sie uns angetan haben mögen, vergeben?
Mit stimmungsvollen Rezitationen, Gesängen und Worten schuf Bhante Punnaratana eine versöhnliche und friedvolle Atmosphäre. Wenn wir über Dankbarkeit kontemplieren, sollten wir zunächst unseren Vorfahren gedenken – ohne sie wären wir nicht hier. Sie schenken uns ihre Kraft und ihre Weisheit. Auch wenn sie bereits verstorben sind, so leben sie doch in jeder Zelle unseres Körpers weiter.
Die größten Hindernisse für die Kultivierung von Dankbarkeit und Vergebung sind Wut und Hass – heilsame Wünsche hingegen beflügeln diese Qualitäten. Jeder von uns kennt Wut und Hass aus eigener, schmerzhafter Erfahrung. Daher erhielten die Teilnehmer die Gelegenheit, Namen und Begebenheiten, die ihnen in diesem Zusammenhang einfielen, auf einen Zettel zu schreiben. Die Zettel wurden dann in einer kleinen Zeremonie im vom Vollmond und Teelichtern erleuchteten Zengarten verbrannt. Auf einen weiteren Zettel notierten die Besucher ihre persönlichen Wünsche und hingen sie in der Buddhahalle auf – auf dass sie in Erfüllung gehen mögen.
Zum Abschluss des Abends segnete Bhante Punnaratana die Teilnehmer mit energetisiertem Wasser, während diese zusammen mit der Sangha der Pagode das Schutzmantra „Om mani padme hum“ sangen.
Wir wünschen allen fühlenden Wesen eine friedvolle Vorweihnachtszeit und die Möglichkeit der Dankbarkeit und Vergebung!