Portraits
Portrait Dr. Holger von Jaruntowski
Heilpraktiker und Ethnologe Holger von Jaruntowski hat seine Doktorarbeit in Ethnologie geschrieben. Über die Vorstellungen von Seelen bei mexikanischen Indianern. Schon lange beschäftigt sich der Heilpraktiker mit Fragen wie „Was passiert eigentlich nach dem Tod?“ Während seines Studiums der Ethnologie, Archäologie und Psychologie in Bonn und Köln reiste er unter Anderem nach Westafrika, Sibirien und Namibia. Jahrelang hatte er gesucht, geforscht und geschrieben wie andere Völker und Heiler – ob in Afrika, Lateinamerika oder Asien – Krankheiten sehen und behandeln. Er befasst sich mit Daoismus, der Harmonielehre von Mensch und Natur, der Fünf-Elementen-Lehre und mit Yin und Yang. Dann bildet er sich zum Heilpraktiker aus und spezialisiert sich auf Traditionelle Chinesische Medizin. Ausgelöst durch seine chinesische Lehrerin, Dr. Min Liu-Wallow. Krankheiten aufdecken, körperliches und seelisches Leid lindern, das ist der Motor in seinem beruflichen Leben.
Portrait Bhante Punnaratana
„Ich bin so stolz auf meine Mutter. Ich mache ihre Arbeit weiter in ihrem Namen.“
Er hört immer aufmerksam zu. Er spricht immer gelassen. Und er kann tief vom Herzen lachen. Und dabei leuchten seine dunklen, liebevollen Augen. Bhante Punnaratana. In der Pagode kennen ihn viele Schüler/innen als Meditationslehrer. Und er vermittelt sanft die buddhistische Lehre, wie ein heilsames Juwel. Und das ist auch sein Name auf Pali: Punna bedeutet heilsam und Ratana ist das Juwel.
Bhante wurde im Januar 1964 in dem kleinen Dorf Rathmale bei Wariyapola in Sri Lanka geboren, als Zweitjüngster von sieben Geschwistern. Sein Vater hatte ein Reisfeld, das er mit seiner Frau und den ältesten Töchtern bewirtschaftete. Und sie bauten eigenes Gemüse an.
Viel Geld hatten sie nie, aber es reichte, sodass Bhante eine Schuluniform, Schuhe und einen Ranzen bekam, um zur Schule gehen zu können.
Mit elf Jahren dachte er daran, Mönch zu werden. Aber seine Mutter fand die Idee nicht so gut. Doch ein Bekannter seines Vaters war Abt eines Klosters, das 150 Kilometer von seinem Zuhause entfernt war, in Veyangode. Er durfte dort hingehen. Dieser Abt war wie ein Vater und eine Mutter zu ihm. Von ihm erhielt er seine erste intensive Ausbildung in Buddhismus. Der Entschluß, Mönch zu werden, reifte und mit 14 wurde er ordiniert. Er machte sein „Abitur“ und ging dann in die Nähe der Hauptstadt Colombo, wo er an einer staatlichen Universität Buddhistische Philosophie, Singhalesisch, Pali und Geschichte studierte.
Von Sri Lanka nach Deutschland
Da sein Abt in Sri Lanka Kontakt zum Abt des „Buddhistischen Hauses“ in Berlin-Frohnau hatte, wurde Bhante von der German Dharmadutta Society nach Berlin eingeladen. Und so kam Bhante Punnaratana vor 13 Jahren nach Deutschland und übernahm die Leitung des Hauses. Hier trifft er die ehrwürdige deutsche Nonne Agganyani, die ihn auf einem Ordinierten-Treffen mit dem Abt und Zen-Meister der Pagode, Thich Thien Son, bekannt gemacht hat. Der Kontakt zwischen beiden vertiefte sich, als sie sich in Hannover und in Frankfurt zum Kongreß „Alter, Krankheit,Tod“ wiedersehen. Kurz danach wird Bhante festes Mitglied in der Pagode Phat Hue.
Als 2003 seine Mutter stirbt, bricht für den Theravada-Mönch kurz die Welt zusammen. Eine Stunde muss er bitterlich weinen. Aber dann fühlt er ganz deutlich, dass er seine Trauer zum Guten verändern kann. Denn, als seine Mutter verbrannt wurde, kamen etwa 800 Freunde und Mönche, die sich von ihr verabschieden wollten. „Es war unglaublich. Meine Mutter war eine so beliebte Frau. Ich war so stolz auf sie. Ich mache ihre Arbeit weiter in ihrem Namen“, dachte Bhante, als er die Menschenmenge vor dem Haus sah. Seine Mutter, obwohl sie sieben Kinder groß gezogen hatte, half noch vielen anderen Kindern oder alten, gebrechlichen Frauen und Männern. „Sie hatte nie viel, aber was sie hatte, hat sie immer weiter gegeben“, erinnert sich der Sohn. Wenn er sie besuchte, brachte er aus Deutschland Vitamine und Milchpulver mit, aber sie hat es gleich verschenkt. Das war immer so.
„Wenn ich glücklich bin, dann kann ich auch andere Menschen glücklich machen“
Deshalb gründete Bhante vor vier Jahren in Sri Lanka die Kinderhilfsorganisation „Karuna Samadhi“ (www.karuna-samadhi.de). Heute werden 200 Kinder durch Spenden und Patenschaften aus Deutschland unterstützt. Das Projekt lebt von ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen, sodaß keine Verwaltungskosten anfallen. Einmal im Jahr reist Bhante mit Freunden und Paten nach Sri Lanka, um die Kinder zu treffen, die sie nur von einem Foto kennen. „Wenn ich glücklich bin, dann kann ich auch andere Menschen glücklich machen“, weiß der 45-jährige Mönch nach jahrzehntelanger buddhistischer Praxis.
„Meine Wurzeln sind in Asien“, sagt er ohne Sehnsucht oder Verlangen nach seiner Heimat. Doch inzwischen hat Bhante Punnaratana mehr Freunde in Deutschland als in Sri Lanka. Denn zurückgehen, das kann er sich im Moment nicht vorstellen. In Sri Lanka hätte er vermutlich nie so viele angesehene, buddhistische Lehrer getroffen wie hier in der Pagode Phat Hue: sei es Ajahn Brahm, Pa-Auk Sayadaw oder Tenzin Palmo. „Das ist ein Geschenk!“, empfindet Bhante mit Dankbarkeit. Dankbar ist er auch Samaneri Agganyani. Ohne sie hätte er Thich Thien Son nicht kennen gelernt. Er hätte nicht die Chance gehabt, in diesem ungewöhnlichen Tempel an der Hanauer Landstraße mit so vielen unterschiedlichen Menschen – sei es Laien oder Ordinierte – zu leben und sie zu unterrichten.
“Selbstvertrauen, Großzügigkeit, Geduld – diese Eigenschaften sollten wir erlernen”
Bhante gibt den Mönchen und Nonnen in der Pagode Unterricht in Pali, an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz arbeitet er als Dozent für Singhalesisch. Und: er unterrichtet Buddhistische Religion und Philosophie im Rahmen der Buddhistischen Universität. Hier können Interessierte, die tiefer in die buddhistische Lehre einsteigen wollen, an vier Wochenenden im Jahr einen Abschluß machen, der sie berechtigt in Sri Lanka ein Studium für Buddhismus und Pali zu beginnen. (Mehr Informationen zu Bhantes Lehrgängen in der Pagode)
Bhante hat viele Schüler/innen. Nach all den Jahren Unterricht fällt ihm auf, dass viele Westler/innen sich oft mit anderen Menschen vergleichen. Aber damit sollten wir aufhören, es führe nur zu Stress und innerem Druck. Jeder Mensch habe ein eigenes Talent, sagt er und stellt in Gesprächen immer wieder fest, dass die Menschen im Westen mehr Selbstvertrauen brauchen. Selbstvertrauen verbunden mit Großzügigkeit und Geduld. Diese drei Eigenschaften sollten wir nach und nach lernen, rät Bhante ganz ohne Pathos.
Und er selbst? Hat er einen Wunsch für sein Leben? „Ich akzeptiere mein Leben so wie es gerade ist. Ich habe keinen Wunsch. Ehrlich.“ Und dann lacht er wieder. Ein Lachen, das ansteckt und tief aus seinem Herzen kommt.
Portrait Axel Flachowsky
Mit diesem Januar-Newsletter starten wir eine Portrait-Serie. Wir möchten Ihnen in kurzen persönlichen Berichten Lehrerinnen und Lehrer vorstellen, die in der Pagode Kurse und Lehrgänge anbieten, wie z.B. Tai Chi, Yoga, Buddhismus, Fußreflexzonenmassage etc. Welche Person verbirgt sich hinter dem Namen, den wir oft nur im Newsletter oder Flyer lesen. Im ersten Teil stellen wir Ihnen den Tai Chi- und Qi Gong-Lehrer Axel Flachowsky vor.
Axel Flachowsky (geb. 8.6.1970)
„Ich will Tai Chi-Lehrer werden!“ Als Axel Flachowsky das wusste, hatte er keine Zweifel, es gab kein Wenn und Aber. Diese Klarheit kam, als er am Kongress der Deutschen Buddhistischen Union zum Thema „Alter, Krankheit und Tod“ in der Frankfurter Pagode teilnahm. Das Thema der Meditations-Gruppe war: „Was würdest du in deinem Leben verändern, wenn du wüsstest, du hast nur noch fünf Jahre zu leben?“ Er begann zu meditieren und plötzlich war klar, es geht nicht um Karriere oder um Sparverträge bis man 65 ist. „Ich wusste, das will ich machen“, erinnert sich Axel.
Angefangen hat alles mit einem Bandscheibenvorfall. Er praktizierte selbst Tai Chi und konnte die Schmerzen lindern und dann mit Zhineng Qi Gong sogar ganz auflösen. Damals war er nicht mehr zufrieden mit seinem Bürojob. Als Diplom-Ingenieur für Umwelttechnik kümmerte er sich um die biologische Sanierung von verunreinigten Böden durch chemische und toxische Stoffe. Zum Beispiel nach einem Unfall auf der Autobahn oder wenn alte Tankstellen gereinigt werden müssen. „Das war auch kein schlechter oder sinnentleerter Job, aber Qi Gong und Tai Chi zu unterrichten ist wirklich sinnvoll“, sagt Axel rückblickend.
Axel Flachowsky war früher Ski- und Snowboard-Lehrer und als Rettungssanitäter unterwegs: „Ich hab’ das geliebt, den Leuten zu helfen. Während meine Freunde auf Partys gegangen sind, habe ich an Wochenenden kranke Menschen ins Krankenhaus oder zum Arzt gefahren. Beim Tai Chi und Qi Gong helfe ich auch. Die Leute entspannen und fühlen sich gut dabei und sie können von meinen positiven Erfahrungen profitieren. Viele meiner Schüler haben mir berichtet, dass sie seit langem bestehende Probleme durch Qi Gong oder Tai Chi endlich lindern konnten.”
Nach der Entscheidung, Tai Chi-Lehrer zu werden, hat Axel Flachowsky seinen alten Job gekündigt. Mit Unterstützung seines Zen-Meisters Thich Thien Son ging er nach Taiwan und wurde dort von verschiedenen Meistern in Tai Chi und in Zhineng Qi Gong ausgebildet. Zhineng ist chinesisch und heißt Weisheit. Axel ist seit mehreren Jahren Schüler des Tai Chi-Großmeisters Zhang Xiao Ping in Wien und von Lehrmeister Volker Jung. Seine Lehrberechtigung erhielt er vom Tai Chi-Forum Deutschland. Axels Unterrichtsstil ist klar und sanft. Mit Geduld geht er auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Teilnehmers ein.
Kursangebote von Axel Flachowsky ab Januar 2009
Tai Chi
Die weiche Kampfkunst Tai Chi kann mit sanften Bewegungsabläufen körperliche und mentale Blockaden lindern und lösen, so dass der Energiefluss harmonisiert werden kann.
Beginn | Di, 20. Januar 2009, 17:45 – 19:15 Uhr, weiterer Kurs Do, 22. Januar 2009, 9:30 – 11 Uhr
Ort | Pagode Phat Hue, Hanauer Landstr. 443, 60314 Frankfurt
Kontakt | 06103 – 3868989 o. enerQi@online.de
Kursgebühr: 120 Euro/Kurs (10 x 90 Minuten)
Qi Gong
Qi Gong sind leicht zu erlernende und meditative Bewegungen, die vornehmlich nach innen gerichtet sind. So kommen Körper und Geist schnell zur Ruhe.
Beginn | Do, 22. Januar 2009, 17:45 – 19:15 Uhr
Ort | Pagode Phat Hue, Hanauer Landstr. 443, 60314 Frankfurt
Kontakt | 06103 – 3868989 o. enerQi@online.de
Kursgebühr: 120 Euro/Kurs (10 x 90 Minuten)
Weitere Informationen über Tai Chi und Qi Gong sowie die neuen Kurstermine finden Sie unter: www.mehr-enerqi.de Bei Fragen oder Kursanmeldungen können Sie mich unter enerqi@online.de oder Tel. 06103-3868989 bzw. 0179-5296266 kontaktieren.
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