Pagode Phat Hue

Bericht Nr. 2 – “Ich singe für die Freiheit” – Ani Choying singt beim Jade Buddha

Das sanfte Lächeln des grünen Buddhas aus Jade öffnet Herzen

Heute möchte ich eine persönlichere Form der Berichterstattung verwenden wenn ich über das Klosterfestival anlässlich der Jade Buddha Ausstellung bei uns im Kloster Buddhas Weg berichte.

Der Tag war so voll und jede Stunde gab es ungefähr ein Highlight, so dass ich jetzt nur einige Stationen erwähnen kann und nur manche davon besonders hervor heben, weil ich das Glück hatte dabei zu sein und es mitzuerleben, während ich von anderen nur begeisterte Erzählungen bekommen habe.

Aber ganz vorne weg – es ist wunderschön morgens aufzuwachen und erst einmal hinters Haus zu gehen und dort steht er, im schönen Morgenlicht: der Jade Buddha mit seinem Lächeln, dass sich einem mitten ins Herz setzt und einen wie von innen streichelt. Im russischen gibt es einen Ausdruck dafür – man sagt „ Umarme mich, Zartheit“ und dieser Satz kommt jedes Mal, wenn ich vor dem Buddha stehe in meinen Kopf. Es ist wunderschön ihn zu sehen, und es ist sehr besonders, morgens, wenn noch kaum jemand da ist in seiner Nähe zu meditieren.

Viele Wanderer kommen von ihrem Weg ab und verweilen beim Buddha und – man kann wirklich sagen – tausende Besucherinnen und Besucher haben ihn an diesem Wochenende gesehen – und der Gedanke ist so schön, wenn ich mir vorstelle, dass sie vielleicht alle von der Zartheit seiner Ausstrahlung umarmt wurden und in sich diese innere Zartheit und tiefe Berührung empfunden haben und mit nachhause in ihrer Familien nehmen, an ihre Arbeitsstellen.

Die tiefe innere Berührung wurde an diesem Wochenende noch verstärkt durch die vielen Aktivitäten, die so viele Menschen zusammen gebracht und erfreut haben: es gab so viele Workshops und Impulse, vor allem musikalischer Art, die wir an diesem Wochenende durch Workshops, Darbietungen und vor allem durch gleich drei Konzerte erleben konnten!

Die Meditation mit Thay Thien Son am Nachmittag ging sehr tief. Er sprach davon, inneren Frieden in sich selbst zu finden und mit sich Frieden zu schließen und leitete uns in eine Meditation mit den Aspekten, auch sich selbst vergeben zu können und zu verzeihen für Dinge, die in einem schlummern und man schwer loslassen kann.

Diese Friedensmeditation war eine sehr feine Hinführung zu der Begegnung mit Ani Choying am Nachmittag, im Gespräch mit Thay Thien Son. Thema des Dialogs der Beiden war: „Gegen den Strom schwimmen“.

Bevor ich darauf näher eingehe, erzähle ich vielleicht erst einmal ein wenig vorweg von Ani Choying, für diejenigen die sie nicht kennen: Ani Choying ist eine tibetische Nonne, die von sich selbst sagt, dass sie zu den Mädchen gehört, die sich entschieden haben Nonne zu werden, um nicht verheiratet zu werden und dann fortan einem Mann dienen zu müssen und dessen Launen ausgesetzt zu sein. Sie fand einen Meister der sie tief berührte und inspiriere und ihre eine Ausbildung ermöglichte. Schon als Kind liebte sie es zu singen. Aber die Lieder im Radio beklagen sich ständig über irgendetwas und sind voller Vorwürfe: „You broke my heart, you stole my heart, you leave me alone…“. Warum nicht schönere positive Texte singen? Buddhas Lehre ist so unendlich groß und Musik ist das beste Instrument um Herzen zu öffnen und Menschen tief zu berühren – deshalb beschloss sie, Musik dazu zu benutzen, um von Buddhas Weisheit zu singen. Seitdem tourt sie um die Welt und singt. Das Geld, das sie bei den Konzerten einnimmt, verwendet sie, um Mädchen die Möglichkeit zu geben, eine Ausbildung zu bekommen. Ausserdem entsteht zur Zeit ein Krankenhaus.

Als sie begann zu singen, wurde sie von vielen Seiten angefeindet. Nicht nur, weil sie als Nonne singt, sie ist auch die erste Nonne in ganz Nepal, die Auto fährt. Sie sagte dazu: „Wenn man anders ist als die anderen, oder wen man eine neue Methode ausprobiert, beginnen oft die Probleme“ – so erging es ihr, die eine der ersten Nonnen war, die sagte: When I can see monks driving, why shouldn`t nuns driving?“ Kaum vorstellbar, dass allein dieses Denken Probleme auslösen kann und gleichzeitig so viel bewegen kann! Und sie hat viel bewegt: Sie schafft ein Zuhause und Ausbildung für viele Mädchen und Nonnen und ermöglicht ihnen Unterkunft und Gesundheitliche Versorgung mit der „Nuns Welfare Foundation of Nepal“

In ihrem Buch „Ich singe für die Freiheit“ erzählt sie ihre Geschichte. Die Geschichte eines kleinen Mädchens, das eine Entscheidung getroffen hat, nämlich die Entscheidung nicht mehr zu leiden. In einem Elternhaus aufgewachsen mit einem gewalttätigen Vater, der sie über Jahre schlug und misshandelte, erzählt sie, dass es möglich ist, jemandem zu vergeben, der einen sehr verletzt hat. Dass es sogar möglich ist, sich um jemanden zu sorgen, der einen misshandelt hat. Mit „Für die Freiheit singen“ sagt sie, meint, frei zu sein von Hass und Wut. Und es ist eine Inspiration dafür, dass diese Transformation möglich ist.

Mich haben Ani Choyings Worte und ihre Ausstrahlung sehr inspiriert. Und ich habe bei der Begegnung mit ihr bemerkt, wie wichtig und wunderbar es ist, weibliche Praktizierende und Lehrerinnen zu treffen, die einen inspirieren und ihren Weg gehen. Ich bin sicher, dass es vielen Frauen ebenso geht wie mir und in ihnen eine tiefe Ebene und auch Inspiration durch ein weibliches Vorbild erweckt wird.

Ani Choying Konzert im Anschluss an das Gespräch hat viele Herzen berührt. Thay hat sie dem Publikum am Anfang vorgestellt mit den Worten: „Ani Choying ist eine Nonne, ich nenne sie die singende Nonne aus Nepal, die ich sehr bewundere. Sie kennt keine Angst. Einmal hat sie zu mir gesagt: Wenn wir die Möglichkeit haben, die Herzen zu öffnen, können wir alles machen, dann ist alles möglich“

In diesem Sinne möchten wir hier an der Jade Buddha Statue unseren Wunsch aussprechen und in die Welt senden:

„Mögen in diesem Jahrhundert viele hohe verwirklichte Meisterinnen, Nonnen und Laienpraktizierende für uns Inspiration und Vorbild sein und ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit uns teilen“.

Der ganze Sonntagabend war voller Musik. Wir haben einen überraschenden Besuch einer indischen Sängerin, die als Vertreterin von Art of Living hier zum Jade Buddha ein Konzert gegeben hat und alle anwesenden zum World Culture Festival am 2.und 3. Juli ins Olympiastadion nach Berlin einlud.

Der Abend klang aus mit einem Friedensgebet und einer Lichter-Meditation.

Vertreter aller buddhistischen Traditionen die zu diesem Zeitpunkt bei uns waren, haben sich vor der Jade Buddha Statue versammelt und haben Wunschgebete ausgesprochen. Es begann Bhante Punnaratana, der Teravada Tradition, der bei uns im Kloster lebt, mit seinen Mönchsbrüdern mit dem Metta-Gebet, der Liebenden Güte. Im Anschluss rezitierte Ani Choying ein tibetisches Wunschgebet und darauf folgte eine Rezitation des Herz-Sutras auf Vietnamesisch, in das alle Vietnamesen einfielen. Jeder konnte danach bei der Opferung der Kerze vor dem Buddha seine Wünsche in die Welt schicken.

Der Abend wurde irisch beendet und sicher war das weltweit das erste irische Folksmusik-Konzert, das neben einer Buddhastatue Heiterkeit und Lebenslust in die Welt und Herzen geschickt hat.

Das Wochenende war so reich an Eindrücken, aber auch an Besucherinnen, es sind weit mehr Besucherinnen gekommen als wir erwartet hatten. Ursprünglich hatten wir gehofft und gewünscht, dass wir mit 10.000 Besucher während der ganzen Festivalwoche rechnen können, doch bereits jetzt nach dem ersten Wochenende, haben fast 10.000 Menschen den Jade Buddha gesehen und seine Botschaft in diese Woche mitgenommen. Wir freuen uns, auf alle die Veranstaltungen, die noch kommen werden und laden Euch alle ganz herzlich ein dabei zu sein. Das Programm findet Ihr unter: www.jadebuddha-odenwald.de

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6. Juni 2011 News Keine Kommentare

Bericht Nr. 1 – Der Jade Buddha ist da und das Klosterfestival ist eröffnet! – Bericht des Eröffnungswochenendes.


Jade Buddha SamstagDie Enthüllungszeremonien wurden durch Fest und Dankesreden begleitet. Thay Thien Son, Abt des Klosters Buddhas Weg heißt alle Gäste willkommen und begrüßt die Hochehrwürdigen Mönche, die aus aller Welt zu diesem besonderen Anlass angereist sind und alle Gäste aus der Umgebung und von nah und fern.

Jadebuddha, Buddhas Weg 2011
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Der Jade Buddha steht für den Weltfrieden – und in seiner Rede spricht Thay über die ewige Traum der Menschen nach Frieden in der Welt. Gerade heute, wo wir mit wirtschaftlichen Krisen konfrontiert sind und zahlreichen politischen Konflikten die große Ängste verursachen – „Wer das Wort Konflikt verwendet, der sagt Hass und Krieg, wohingegen der Frieden der Domäne der Liebe angehört“, sagt Thay in seiner Rede und zählt die 6 Grundprinzipien auf, die Buddha vor über 2000 Jahren empfahl um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen:

1. Nicht den Geist oder den Körper anderer beschädigen, d.h. geistig und körperlich friedlich miteinander leben und das Leben aller Wesen achten.
2. Achtsame Rede – durch Sprechen und Dialog die Harmonie fördern und nicht schlecht reden.
3. Solidarisch zusammenarbeiten
4. Kollegialität
5. Bereitwilliger Austausch des Wissens
6. Gleichwertige Verteilung der Reichtümer und Interessen – sich nicht einen eigenen Vorteil zu verschaffen

Durch Ungleichheit und einem Denken, in dem man sich immer selbst einen Vorteil zu verschaffen versucht, entsteht Aggression und Gewalt. Gemeinschaftliches Denken fördert den Frieden. Thay illustriert in seiner Rede, wie wir die Liebe ausweiten können und unsere Liebe für unsere Familie, unsere Eltern, Geschwister und Kinder erweitern können und immer mehr mit einbeziehen: die Liebe für unser Land, unsere Natur, unsere Nachbarländer, alle Völker und schließlich für das ganze Universum, mit anderen Worten: die Globalisierung der Liebe.

An diesem Eröffnungstag und schon in den Tagen der Vorbereitungen davor, haben wir einen Eindruck dieser „Globalisierten Liebe“ bekommen und ihre Kraft und Energiegespürt: Alle helfenden Kräfte haben zusammen gewirkt, dieses Ereignis möglich zu machen, dass wir jetzt die Jade Buddha Statue hier empfangen und besichtigen können. Wir haben die ganze Region eingeladen mitzumachen und mitzufeiern: alle örtlichen Verbände, sozialen Einrichtungen, Schulen, Vereine und Bewohner. Und sie sind gekommen. Angefangen von der Parkinson Selbsthilfe Gruppe bis zum Tierschutzverein, der Drachenschule oder Künstler aus dem Dorf, sie sind da, um miteinander in Dialog zu treten und dabei zu sein. Yoga Schulen bieten auf der Wiese Yogaübungen an, man kann Workshops zu Kalligraphie mitmachen so viel kommt zusammen, dass man es gar nicht alles aufzählen kann. Im Zentrum steht jedoch, dass all das durch die Zusammenarbeit von hunderten von Helfern möglich ist: bereits am Donnerstag war unser Parkplatz voller Autos aus allen Teilen des Landes, meist Vietnamesen die von überall her angereist kamen um zu helfen, so dass schon über hundert Übernachtsgäste bei uns waren die in Matratzenlagern schliefen, um mitzuhelfen alles aufzubauen und das Fest möglich zu machen.

Die Freiwillige Feuerwehr von Siedelsbrunn kam, um uns beim Zeltaufbau zu helfen, Zenschüler und Schülerinnen aus ganz Deutschland kamen um zu helfen. Man kann gar nicht alle aufzählen, aber das ganz besondere daran ist, dass sie da sind und sich alles von selbst zusammen fügt. Vor zwei Wochen war die Wiese mit der Pagode in der wir heute den Jade Buddha besichtigen können, noch gar nicht da. Und bis zur letzen Minute wurde daran gearbeitet. Die Vietnamesischen Arbeiter haben die letzen zwei Nächte auf dem Dach verbracht und unermüdlich daran gearbeitet…

Diese ganz besondere Energie des Zusammenseins, die zu einer Kraft wird, wo alles Hand in Hand arbeitet und zusammenkommt, über alle Grenzen von Sprache hinaus – das ist eine Energie, die sicher niemand von uns vergessen wird und die sich beträgt auf all die Besucherinnen und Besucher, die hier her kommen, um die Jade Buddha Statue zu besichtigen. Es gibt ein Gefühl von nachhause kommen, von Miteinander und Füreinander da sein. Ein aktiver und tatkräftiger Ausdruck von Frieden.

Die Bilder sprechen für sich – lassen Sie die Eindrücke der Bilder auf sich wirken, man kann gar nicht alles aufzählen, denn so viel passiert an allen Ecken gleichzeitig. Am besten Sie kommen in dieser Woche vorbei und tauchen ein in die Energie, die die Ankunft der Jade Buddha Statue hier ermöglich hat. Wir freuen uns auf Sie!

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6. Juni 2011 News Keine Kommentare

Video: Enthüllung des Jade Buddha

jade1Am Samstag fand die öffentliche Enthüllung des Jade Buddha statt. Zu den Feierlichkeiten kamen hunderte von Menschen aus zahlreichen Ländern. Es wurden zunächst die Peace Walk Teilnehmer empfangen. Dann gab es eine Prozession zum (noch verhüllten) Jade Buddha, wo die Enthüllungs-Zeremonie statt fand.

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Video: Reliquienausstellung im Kloster Buddhas Weg

jadeIm Rahmen des Jade Buddha Festivals findet in der Buddha Halle eine Reliquien Ausstellung statt. Zu sehen sind unter anderem vier zeremonielle Gegenstände aus der Hinterlassenschaft des Buddhas. Immer wieder zieht uns die Energie dieser kraftvollen Überreste in ihren Bann. Reliquien sind feste Bestandteile, wie Perlen, die sich durch hohe Konzentrationskraft der meditierenden Meister im Rückenmark gebildet und ihre Energie gespeichert haben. Es sind seltene Stücke die man normalerweise nicht ausserhalb der Heimattempel zu sehen bekommt.

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Der Peace Walk ist gestartet – Ziel: Jade Buddha, Kloster Buddhas Weg

1Heute morgen um 9.30h startete der Peace Walk in der Pagode Phat Hue/ Frankfurt. Der Ehrw. Thich Thien Son segnete die ersten 12 TeilnehmerInnen, die 4 Tage lang zu Fuß bis zum Kloster Buddhas Weg gehen werden, und gab den “Friedensbotschaftern” einen Impuls mit auf den Weg.

14“Ihr seid nun wahre Botschafter für den Frieden und verbindet mit eurem Peace Walk die Energie des Friedens, die im Odenwald durch den Jade Buddha entsteht mit der Stadt Frankfurt – Frankfurt ist seit jeher bekannt dafür, eine Stadt der Macht und des Geldes zu sein und oft wird Geld und Macht mit unheilsamen Energien verbunden.Die Energie, die ihr mit dem Peace Walk auch in Frankfurt erzeugt, wird dazu beitragen, diese unheilsamen Energien zu heilen und Frieden und Mitgefühl mit jedem Schritt auch in Frankfurt möglich zu machen. Ich wünsche euch viel Kraft und eine gute Gesundheit für den Peace Walk. Alles Liebe und Gute auf eurem Weg.”

22Den ersten Teil der ersten Etappe, der durch die hektischen und stressigen Teile der City führen, werden alle TeilnehmerInnen in Geh-Meditation vollbringen. Organisator Hue Chuyen sagte: “Wir wollen mit unserem Friedensmarsch tatsächlich ein Beispiel sein für eine friedliche Art und Weise zu leben. Durch die Gehmeditation machen wir die Menschen in der Stadt darauf aufmerksam.”

25Nach einem Gruppenfoto wurden die Lunchpakete gepackt und die Rucksäcke geschultert und los geht die erste Etappe des Peace Walks: Erster Halt heute ist eine Schule in Dietzenbach, wo der Organisator des Peace Walks Hue Chuyen für alle TeilnehmerInnen des Peace Walks, für die LehrerInnen und SchülerInnen der Schule und deren Eltern eine Einführung in die Meditation geben wird.

31Jeden Tag stoßen nun weitere “Pilger” dazu, die sich dem Gehen für den Frieden anschließen wollen. Wir dürfen erwarten eine große Menschenmenge am Samstag zur Eröffnung des Jade Buddha Festivals im Kloster Buddhas Weg.

Wir wünschen allen TeilnehmerInnen alles Gute auf ihrem Weg. Kommt gut an!

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31. Mai 2011 News Keine Kommentare

Auszug des Vortrages “Das eigene Potential entwickeln” – DVD zum Vortrag bald erhältlich

DSC_0471Am vergangenen Mittwochabend hielt der Ehrwürdige Meister Thich Thien Son in der Pagode Phat Hue einen Vortrag mit dem Thema „Das eigene Potential entwickeln und entfalten – Transformation von Ängsten in Lebensfreude“. Er machte in seinem Vortrag grundlegende Ängste zum Thema, die Menschen daran hindern, ihr Potenzial zu entfalten und ihr Leben in einer Weise zu leben, dass sie erfüllt. Auszüge aus dem Vortrag. (Die Folien des Vortrages gibt es hier! Das zur Ansicht benötigte Programm ist “Powerpoint”).

DSC_0467Diese 3 Ängste sind die Angst davor, verlassen zu werden, die Angst minderwertig zu sein und die Angst, abgelehnt zu werden. Natürlich wollen wir alle ein angstfreies, entspanntes und glückliches Leben führen – doch oft lassen wir unser Leben, mehr oder weniger bewusst, von solchen Ängsten steuern.

Der Ehrw. Thich Thien Son sprach über die Herkunft dieser Ängste und wie sie seit dem unser Leben beeinträchtigen. Im Folgenden sollen einige Aspekte dieser Ängste dargestellt werden. Noch gründlicher und anschaulicher werden die Ängste in ihrer Entstehung und Entwicklung durch den Ehrw. Thich Thien Son auf der DVD zum Vortrag besprochen, den Sie in Kürze in der Pagode Phat Hue und im Zentrum Buddhas Weg erwerben können.

Verlustangst

DSC_0473Menschen, die Angst davor haben, verlassen zu werden, haben in ihrer Lebensbiographie prägende Erfahrungen mit dem Thema des Verlustes gemacht und sind seit dem in unterschiedlichen Kontexten darauf fokussiert, Kontakte und Verbindungen zu erhalten – denn vor dem Verlust von Kontakten fürchten sie sich. Es geht hierbei viel um die Extreme Vertrauen und Misstrauen. Menschen, die eine starke Verlustangst in sich tragen, brauchen das Vertrauen der Menschen um sie herum und fürchten sich sehr vor einem Vertrauensbruch. Da sie in ihrem Leben prägende Erfahrungen von Verlust bewältigen mussten, entwickelten diese Menschen ein starkes Gespür dafür, was andere Menschen brauchen – denn so können sie den Menschen um sie herum helfen, nützlich sein und damit verhindern, dass sie verlassen werden. Ihre Funktion, ihre Unterstützung und Hilfe, die sie anbieten können, stellen eine sichere und stabile Verbindung her. Dadurch sind sie sehr davon abhängig, Kontakte zu halten, zu helfen, Verbindungen zu füttern und zu nähren – dabei vernachlässigen und vergessen sie ihre eigenen Bedürfnisse und sehen nicht, wonach sie sich selbst wirklich sehnen.

Minderwertigkeitsangst

Menschen, die Angst davor haben, minderwertig zu sein, fürchten sich davor, als nicht gut genug gesehen zu werden. Leistung und Fakten sind in der Welt dieser Menschen von großer Bedeutung. Sie können einen positiven Wert für sich selbst größtenteils über Leistung, Arbeit, Produktivität und Wissen kreieren. Solche Menschen haben in ihrem Leben oft zu hören und zu spüren bekommen, dass sie die Dinge, die sie tun, nicht gut genug machen. Dass es nie ausreichte, egal wie sie sich anstrengten. Sie lernten dadurch nicht, in sich oder aus sich heraus einen positiven Selbstwert zu erkennen, sondern lernten, dass die Leistung, die man vollbringt, den Selbstwert ausmacht. Da diese Menschen davon überzeugt sind, dass ihr Selbstwert nicht aus ihnen heraus entsteht, sondern außerhalb ihres Körpers und Geistes, brauchen Menschen mit Minderwertigkeitsangst ein klares Konstrukt von „Gut“ und „Schlecht“, „Richtig“ und „Falsch“. Denn nur wenn sie sich „normal“, „ordentlich“ und „angemessen“ verhalten und engagieren, können sie die Leistung, die in ihrem Geit als „gut“ bewertet wird, erbringen. Menschen mit Minderwertigkeitsangst sind dadurch sehr intellektuelle, rationale und auf Fakten bezogene Menschen, die es schwer haben, aus ihren einmal gelernten und als „richtig“ empfundenen Welten herauszutreten. Flexibilität, Spontaneität und Offenheit können diese Personen durchaus leben – allerdings nur, wenn es in einem Rahmen geschieht, in dem sie sich sicher genug fühlen können. Während Menschen mit Verlustangst ihre Sicherheit in Verbindungen und Kontakten suchen, finden Personen die Angst vor Minderwertigkeit haben ihre Sicherheit also in Leistungen, Wissen und Normen, die sie versuchen einzuhalten.

Ablehnungsangst

Ein Mensch, der sich vor dem Gefühl der Ablehnung fürchtet, hat in seiner Lebensbiographie vermehrt gespürt, nicht gesehen und nicht so akzeptiert zu werden, wie er ist – dabei sehen sich diese Personen innerlich unglaublich nach dem Gefühl von Einheit und Verbundenheit. Da in der Vergangenheit jedoch so schmerzvolle Erfahrungen der Ablehnung und des Abgewiesen werden stattgefunden haben, scheuen sie sich davor, eine wirklich offene und enge Verbindung zu Menschen einzugehen. Denn sie lernten durch ihre unangenehmen Erfahrungen der Ablehnung, genau zu erkennen, wo die Gefahr einer weiteren Ablehnung lauern könnte. Diese Person haben dabei einen messerscharfen Geist entwickelt, mit dem sie Personen und Situationen auf mögliche Ablehnungen hin scannen. Im Gegensatz zu den Personen mit Verlustangst können Ablehnungsängstler durchaus gut alleine zurechtkommen und finden sogar ein Stück Sicherheit darin, Raum und Zeit nur für sich selbst zu haben – denn wer für sich ist, kann nicht mehr abgelehnt werden. Trotzdem bleibt stets die Sehnsucht nach Verbindung, wodurch diese Menschen oft zwischen Nähe zu einer besonderen Person und der Einsamkeit hin und her pendeln.

Das interessanteste aber war, die Vorstellung, dass jeder die Möglichkeit hat, aus diesem angstbehafteten Leben auszubrechen und tatsächlich glücklich zu sein. Anhand des Angstkreislaufs wurden Beispiele vorgestellt, so dass die meisten Teilnehmer den eigenen Angsttyp herausfinden konnten. Sie haben somit die Möglichkeit bekommen, sich intensiv damit auseinanderzusetzten und sich bewusst darüber zu werden, warum sie wie in den unterschiedlichsten Situationen reagieren. Erst wenn man sich dessen bewusst ist, ist man in der Lage, etwas zu verändern.
Der Ehrw. Thich Thien Son erklärte nun genau, auf welche Weise sich die einzelnen Angsttypen in der Interaktion verhalten: Wie lenken die Ängste uns in Interaktionen und Beziehungen? Welche Themen liegen den einzelnen Ängsten zugrunde? Hierbei wurden sehr anschauliche Darstellungen vorgetragen, sodass jeder Teilnehmer sich schnell wiederfinden und ein persönliches Verständnis dieser Ängste erlangen konnte.

Ein besonders wichtiger Punkt nun war die „Heilung“ dieser Ängste. Nur durch eine Heilung der Angst kann man sein Leben mehr und mehr selbst steuern und dadurch das Potential, die persönlichen Visionen und Ziele in die Tat umsetzen:

DSC_0489In mehreren Schritten erläuterte der Ehrw. Thich Thien Son eine Heilung, die „Rückwärts“ von statten geht. Auch hierzu ist der gesamte Vortrag auf der DVD in Kürze erhältlich. Hier nur ein Auszug: Der Ablehnungsängstler muss in der Interaktion aus dem Gefühl der Ohnmacht heraus und in sich selbst Vertrauen, Respekt und Wertschätzung finden. Dadurch findet er die Einheit, nach der er sich sehnt in sich selbst. Der Verlustängstler muss in der Interaktion aus der Zerstörung heraus – das bedeutet, er muss Respekt für sich selbst aufbauen und die Gleichwertigkeit mit Anderen spüren. Der Minderwertängstler muss lernen, Andere zu respektieren und sich durch seine Leistungen und sein Wissen nicht über sie zu stellen. Macht und Wert muss er versuchen nicht außerhalb von sich, sondern in sich selbst zu finden und diese Macht dann positiv zu nutzen.

Der Überblick den der Ehrwürdige Meister Thich Thien Son über die Ängste gegeben hat, konnte den Zuhörerinnen und Zuhörern verdeutlichen, wie die Ängste uns daran hindern, unser Potential zu entfalten. Um das Potential zu entfalten, muss man sich jedoch diesen Ängsten stellen, sie untersuchen und Bewegung in das festgefahrene System bringen, das wir bereits seit so langer Zeit am Leben erhalten, um uns sicher zu fühlen. Dadurch erkennen wir auch das Potential, das tatsächlich in unseren Ängsten steckt: Sie sind die Tür zum Leben – wenn wir sie bewältigen und erkennen, dass die Ängste oftmals nicht wirklich sind, sondern nur geistige Faktoren oder Konstruktionen, Gewohnheiten aus der Vergangenheit – dann gehen wir den Weg, uns von den Fesseln der Angst zu befreien und uns dem Leben zu öffnen.

Die DVD „Das eigene Potential entwickeln und entfalten – Transformation von Ängsten in Lebensfreude“ ist in Kürze in der Pagode Phat Hue und in unserem Zentrum Buddhas Weg erhältlich.

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21. März 2011 News 4 Kommentare

Sonntag, 13. März 2011

Ceremony for Japan (2 of 11)Gebet für die Menschen in Japan

Wir sehen die Bilder aus Japan und uns wird bewusst wie ohnmächtig wir sind. Die Natur hat so eine gewaltige Kraft, dass wir ihr völlig ausgeliefert sind. In ein paar Minuten kann alles zerstört sein, was wir über Jahre und Jahrhunderte aufgebaut haben. Alles was wir an Kraft aufgebracht haben, alles was wir erreicht haben, ist so zerbrechlich und so vergänglich. Wir versuchen oft Gott zu spielen und die Kraft der Natur auszugleichen, auf sie Einfluss zu nehmen und sie zu verändern doch durch eine Naturkatastrophe wird uns bewusst, dass wir so klein und winzig sind. › Continue reading

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Propheten Sharety Fashion unterstützt Chance to grow e.V.

Foto Chance To GrowAm vergangenen Dienstag den 08. Februar 2011 übereichte die Designerin Andrea Kuhlmann unserem Abt Thich Thien Son stellvertretend für die Hilfsorganisation Chance to Grow e.V. einen Check von über 8000 Euro zur Unterstützung von hilfsbedürftigen Kindern und deren Familien in Vietnam.

Die Designerin Andrea Kuhlmann, ist die Gründerin des Sharetylabels „Propheten Sharety Fashion“, ein Modelabel, das Hilfsprojekte unterstützt. Unter anderem auch Chance to Grow e.V. sowie Karuna Samhadi die beide an die Pagode Phat Hue angegliedert sind.

Das Label produziert ausgewählte Collectionen ausschließlich ökologisch, fair produzierter weicher Biobaumwolle. Jedes Kollektionsteil das verkauft wird, unterstützt mit 10% eine wohltätige Hilfsorganisation. Eine gute Idee, die weitererzählt werden kann!

Wir freuen uns sehr, dass wir mit diesem Betrag von über 8000 Euro Kindern ermöglichen können, Schulmaterialen zu erhalten und gesundheitliche Behandlungen zu ermöglichen.

www.chance-to-grow.org/news –   www.propheten-fashion.com

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13. Februar 2011 Allgemeines, News Keine Kommentare

Mittwoch, 9. Februar 2011

Wir versuchen immer alles zu verstehen, aber wir Akzeptieren nur was greifbar, sichtbar und bewertbar ist. Dabei ist doch das Meiste unsichtbar. Nahezu alle Kreisläufe und Prozesse auf dieser Erde sind „unsichtbare Aspekte“, die wir nicht wahrnehmen können. Dennoch glauben wir immer wieder, es gibt etwas zu verstehen und wir beginnen es zu erforschen: Das kosmische System, Sozialsysteme, Gesellschaftssysteme, Wirtschaftssysteme… Doch im Verstehen, stoßen wir immer an eine Grenze. Deshalb sagt der Buddha: „Unsere Welt ist auf Unwissenheit aufgebaut“.

Dieses Wort „Unwissenheit“ lehnen wir ab. Es beunruhigt uns und wir wollen uns nicht eingestehen, dass wir aus Unwissen handeln und aus Unwissenheit nicht in der Lage sind, alles zu begreifen. Wissenschaftler_innen versuchen alles zu beweisen, denn was beweisbar ist, gilt als absolut. Die Beweise bezeugen, dass wir etwas verstanden haben: dass unser Universum nicht nur aus einer Milchstrasse sondern aus mehreren Galaxien und Welten besteht, undsoweiter…Doch je mehr wir erforschen, desto mehr entdecken wir, dass unser Wissen immer noch nicht ausgeschöpft ist und dass das Unsichtbare so groß ist, dass wir niemals behaupten können, wir haben etwas vollkommen verstanden.

Die unsichtbare Energie könnte man auch als „Karma“ bezeichnen. Wobei man Karma oft als negativ sieht und versteht. Vielleicht lassen wir deshalb das Wort Karma weg und benutzen nur noch das Wort Energie. Von einer unsichtbaren Energie, werden wir in unserem Handeln, Denken und Fühlen beeinflusst, so dass wir eigentlich gar nicht frei sind. Die ganze Energie des Unsichtbaren ist da, aber für uns nicht greifbar, weil wir es uns nicht bewusst machen. Leichtfertig könnten wir jetzt alle Verantwortung auf das „Karma“ schieben, aber der Buddha sagt: „Die ganze Welt wird aus unserem Bewusstsein geschaffen“. Das bedeutet, so wie du dir deiner Umwelt bewusst bist, schaffst du auch deine Welt. Also ist es unsere Verantwortung, das Leben zu entdecken und alles bewusst zu machen. Deshalb ist es auch unsere Aufgabe, uns über Ungerechtigkeit bewusst zu sein oder Armut und Unterdrückung. In dem wir in der Gesellschaft das Unsichtbare sichtbar machen, kommt es zu einer Veränderung. Da wir aber sehr dualistisch leben und oft in zwei Extremen leben, versuchen wir ständig das Schlechte zu bekämpfen und das Gute zu fördern. Doch eigentlich geht es nicht darum, etwas zu bekämpfen, sondern darum, dazu beizutragen, dass sich neue Möglichkeiten entfalten können. Statt eine Gegenbewegung zu inszenieren oder eine Revolution anzustiften, um gegen Unterdrückung zu kämpfen, lernen wir, nach Möglichkeiten zu suchen, um die Probleme zu transformieren. Denn gegenseitige Bekämpfung, erzeugt statt einer Lösung nur noch mehr Polarität. Da wir sehr dualistisch sind und meist in zwei Extremen leben, unterscheiden wir ständig zwischen gut und schlecht. Wir wollen Unangenehmes vermeiden und Gutes vermehren. Wir bekämpfen das Schlechte und fördern das Gute. Aber um auf die Kreisläufe zurückzukommen, geht es nicht, dass wir das eine auszumerzen und das andere vermehren, wir sollten also versuchen zu sehen, welche Bruchteile fehlen, damit der Kreislauf stimmt und gut fließen kann.

Im Augenblick wird uns das Ungleichgewicht der Kreisläufe auf vielen Ebenen bewusst gemacht: Die Klimakatastrophe zeigt, dass wenn wir die Natur ausbeuten, es wieder auf uns zurück kommt. Denn die Natur sorgt dafür, dass alles in Balance ist. Das gilt für die Natur, aber auch für Gesellschaftssysteme – die Kreisläufe die wir erzeugen, kommen genauso stark zurück, wie wir sie erzeugt haben. Ein Beitrag auf Youtube illustriert das sehr gut: An Hand eines Radios das man in einem Billigmarkt für 4,99 $ kaufen kann wird erzählt, welchen Kreislauf dieses billige Radio durchläuft und aus welchen Elementen es zusammen gesetzt ist. Das Metall für das Radio kommt aus Südafrika, das Erdöl aus Irak, Plastik aus China und zusammengesetzt wird es von einem Jugendlichen in Mexiko. Wer bezahlt dafür?, war die Frage. Die einen bezahlen mit dem Verlust von Rohstoffen, andere mit dem Verlust sauberer Luft mit erhöhtem Asthma- und Krebsraten und Kinder zahlen mit ihrer Zukunft, weil sie schon früh die Schule verlassen müssen um als Billigkräfte in den Fabriken ihre Familien mit zu ernähren. Mit jeder Produktionsstufe des Billigradios zahlen andere mit ihrem Leben, das in einem bestimmten Teil der Welt, Leute das Radio für 4,99$ kaufen können. (siehe Youtube – Story of stuff):

Es ist ein Naturgesetz, dass wir mit jeder Handlung Kreisläufe erzeugen. Was wir also versuchen können, ist eine Bewusstseinsveränderung. Das beutetet, dass wir uns der Kreisläufe die wir auslösen, bewusst sind und im Hinterkopf haben, dass alles was wir tun, einen Kreislauf in Gang setzt, der zu uns zurück kommt. Unsere persönliche Aufgabe, kann deshalb sein, dass wir positive Kreisläufe für uns selbst und andere erzeugen. Wenn du ein positives Leben möchtest, erzeuge positive Kreisläufe. Dieses Gesetz von Ursache und Wirkung nennt man Karma. Wir bewegen uns im Gesetz von Karma und können positive Kreisläufe erzeugen. Das bedeutet, wenn wir bewusster leben, und uns unserer Umgebung und den Zusammenhängen in denen wir leben bewusst sind, entdecken wir unendliche Möglichkeiten für Veränderungen. Unser Dualistisches Denken ist unser eigenes Gefängnis. Nur wenn wir sehen, in welcher Gefangenschaft wir sind, können wir uns befreien. Doch dafür müssen wir erst einmal unsere eigenen Grenzen erkennen und dazu gehört leider auch, dass wir uns mit unseren Ängsten auseinandersetzen müssen. Nur wer seinen Ängsten begegnen kann, kann seine Sicherheit im Fluss des Lebens finden und die Freiheit in der Vielfältigkeit entdecken.

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Inhalt der Neujahrsansprache des Ehrw. Thich Thien Son und dem Benediktinermönch Bruder David

5411611305_f01265ee2eAn diesem Abend hatten wir in der Pagode auch einen besonderen Gast: den Benediktinermönch Bruder David. Eigentlich war er nur auf der Durchreise in Frankfurt und hielt am Montag bei seinem Zwischenstopp einen spontanen Vortrag, gemeinsam mit Bhante Punnaratana und Zenmeister Thich Thien Son. Doch die Unruhen in Ägypten behinderten seine Weiterreise und verlängerten seinen Aufenthalt in der Pagode, so dass er das Glück hatte, zum ersten Mal in seinem Leben ein vietnamesisches Neujahrsfest teilzunehmen. Am Sylvesterabend des vietnamesischen Neujahrs hielt er mit Thich Thien Son zusammen die Dharmarede.

Jeden Augenblick in seiner Einzigartigkeit als Geschenk erfahren.

David ThayGlück erfahren in jedem Augenblick. Darum geht es für Bruder David. In den wenigen Tagen, die wir Bruder David hier bei uns zu Gast hatten, war ein Ausspruch von ihm sozusagen ständig präsent: „Wunderbar“. Es war für uns ein großes Geschenk, seine Sicht auf die Welt so nah mitzuerleben und jeden Augenblick in seiner Einzigartigkeit als Geschenk zu betrachten. Wir hoffen, dass wir diese Sicht in diesem Jahr weiterhin in uns tragen und entwickeln können, so dass sie uns nicht mehr verlässt.

Alles ist ein Geschenk

Ein weiterer Weg zum Glück ist etwas mehr persönlich, und liegt darin, dass wir im kommenden Jahr dankbarer sind, als im vergangen Jahr und uns immer wieder bewusst machen, dass alles ein Geschenk ist. Jeder Tag ist ein Geschenk und wenn wir das zu schätzen wissen, können wir uns daran freuen. Wenn wir jeden Tag schätzen können und uns freuen, erleben wir eine Einheit und wenn wir alle die Einheit in uns entdecken und die Einheit vieler verschiedener Aspekte zusammen kommen, sind wir alle miteinander verbunden und wir erleben diese Einheit ganz tief.

Thich Thien Son und Bruder David gaben uns viele Wünsche mit auf den Weg ins neue Jahr und ermutigten dazu, die Achtsamkeit zu entwickeln, um das Glück im Alltag sehen können. Sie ermutigten uns, auch im Alltag flexibel mit schwierigen Gedanken und Situationen umgehen zu können und mehrere Sichtweisen zu entwickeln. Warum, fragte zum Beispiel Thich Thien Son, können wir nicht den Feind, als einen normalem Menschen sehen, der einfach auf der Strasse an uns vorbei geht?

Dass wir aus der Vielheit die Einheit immer wieder sehen und erfahren, waren die Neujahrswünsche, die Bruder David und Thich Thien Son der Gemeinde und allen Menschen die an diesem Abend da waren zum neuen Jahr mit auf den Weg gaben.

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4. Februar 2011 News Keine Kommentare