Allgemeines
Tiefe Dankbarkeit und ein Hauch von Wehmut

Der Ehrw. Pa-Auk-Sayadaw und der Ehrw. U Jagara zogen ihres Weges
Ohne einen Blick zurück zu werfen und ohne große Abschiedszeremonie, schritt der Ehrw. Pa Auk Sayadaw Dienstagmittag achtsamen und ruhigen Schrittes durch das Tor zur Abflughalle des Frankfurter Flughafens. So gab er uns noch bei seiner Abreise eine letzte Belehrung: was getan werden musste, ist getan – was war, ist vorbei. Nun heißt es, mit voller Aufmerksamkeit zu neuen Ufern aufzubrechen, ohne jegliche Anhaftung an die Vergangenheit. Der Ehrw. U Jagara hatte Buddhas Weg bereits am Sonntagnachmittag verlassen.
Es war eine intensive Zeit …
Vier Wochen lang konnten die Teilnehmer/-innen des Meditationsretreats im neuen Zentrum Buddhas Weg unter der erfahrenen und warmherzigen Begleitung des Hochehrw. Pa Auk Sayadaw und dem Ehrw. U Jagara ihre Meditationspraxis vertiefen.
„Im Retreat haben wir uns relativ künstliche Bedingungen geschaffen – indem wir das Edle Schweigen praktizieren und von der Außenwelt und damit von beruflichen und privaten Pflichten befreit sind”, so der Ehrw. U Jagara in seiner Abschlussdharmarede. „Nun geht es darum, unsere Erfahrungen aus dem Retreat mit in die Welt draußen, in unseren Alltag, zu tragen. Denn unser Leben nehmen wir überallhin mit, egal wo wir uns befinden. Es ist Teil von uns. Daher gibt es streng genommen auch keinen Unterschied zwischen der Welt hier drinnen (d.h. im Rahmen des Retreats) und der Welt draußen (d.h. unserem Alltag): Wir können unseren spirituellen Weg überall leben, unabhängig von unserer Umgebung.”
Mit dem eigenen Herzen rückverbinden …
Wozu braucht man dann einen Retreat mit mehreren Stunden „Sitzen” pro Tag, weit ab von den sinnlichen Vergnügungen der modernen Welt? Weil wir uns in der Stille mit uns selbst rückverbinden können. In unserem hektischen Alltag lassen wir uns zu leicht von uns selbst ablenken. „Das wahre Glück können wir nur über die Rückverbindung mit unserem eigenen Herzen erreichen. Nur dann sind wir unabhängig von äußeren Bedingungen”, so der Ehrw. U Jagara. Und in einem persönlichen Interview sagte der Ehrw. Sayadaw: „Viele Menschen wissen gar nicht, wie viel intensiver das Glück ist, welches wir in der tiefen Meditation erfahren können. Hat man die Freude und das Glücksgefühl der ersten und zweiten Vertiefung (jhana) kennen gelernt, kann man von der Begierde nach weltlichen, sinnlichen Vergnügungen leicht loslassen.”
Der Geist muss wie ein Muskel trainiert werden …
Doch der Weg zur tiefen Meditationserfahrung dieser Art und darüber hinaus bis hin zur Befreiung (Nibbana) ist individuell unterschiedlich und erfordert systematisches und kontinuierliches Training des eigenen Geistes. „Nur der geschulte Geist sieht die Dinge wie sie wirklich sind.” Was heißt das? Es bedeutet, dass wir erst, wenn wir die absolute Wahrheit (paramattha-sacca) über die Beschaffenheit der materiellen und geistigen Erscheinungen durchschaut haben, das Geflecht unserer Handlungen auf körperlicher, verbaler und geistiger Ebene in der Tiefe verstehen können. Denn mit diesem Wissen verstehen wir die Dynamik von Ursache und Wirkung in unserem Leben und können uns auf dieser Basis in jedem Moment für eine neue, heilsame Richtung in unserem gegenwärtigen Leben entscheiden.
Sonne, Gewitter, Sturm und Regen – draußen und drinnen …
Das Wetter zeigte das ganze Spektrum von hochsommerlicher Hitze, beeindruckenden Gewittern, über Bäume schüttelnden Sturm, verwunschenen Nebel, und nahezu tropisch anmutender Regengüsse bis hin zu angenehm warmen, sonnigen Tagen. Ähnlich sah die Gefühlslandschaft vieler Retreatants aus: Einige Teilnehmer/-innen durchliefen während der letzten Wochen tiefgreifende Prozesse. „Nach einigen Tagen der Meditation wurde ich zunehmend wütend auf meine Partnerin. Ich glaube, hätte ich die Möglichkeit gehabt, mit ihr zu sprechen, hätte ich sie heftigst beschimpft oder mich gar von ihr getrennt. Aber ich habe weiter praktiziert. Die persönlichen Interviews mit dem Ehrw. U Jagara waren mir dabei eine wichtige Stütze. Gegen Ende der dritten Woche hatte ich dann einiges im Hinblick auf die Dynamik unserer Beziehung durchschaut und hoffe nun, viele konstruktive Impulse mit nach Hause tragen zu können.”
Nur die „Ent-spannten” kommen nach Nibbana
„Eigentlich hatte ich mir ja als persönliches Retreatziel vorgenommen, zumindest das Nimitta (so genanntes „reflektives Zeichen” welches bei hoher Konzentration des Geistes entsteht) zu sehen. Anstelle dessen musste ich erstmal erkennen, dass ich lernen muss, mich zu entspannen. Das war mir zuvor noch nie so klar geworden.”
Erwartungen und persönliche Ziele waren auch Thema in den Unterweisungen des Ehrw. U Jagara: „Wir müssen uns immer wieder in unserem Leben dazu ermahnen, unsere Ziele zu überprüfen. Sind sie noch stimmig für uns? Was wollen wir in unserem Leben wirklich erreichen?” Mit den Erwartungen sei es problematisch, da sie immer auch bereits Vorstellungen darüber enthielten, was andere für einen tun sollten, damit es einem selbst gut geht. Und dies sei eben nicht möglich: Jeder ist für sein eigenes Wohlergehen selbst verantwortlich. Unsere Mitmenschen sind nicht dazu da, unseren „Durst” (tanha – Begierde) zu löschen – sie können es auch gar nicht, zumindest nicht dauerhaft. Es ist wie nach dem Trinken von Salzwasser: Nach einem kurzfristigen Gefühl der Erleichterung entsteht ein umso intensiveres Durstgefühl – immer wieder tauchen neue Erwartungen und Wunschvorstellungen auf. Diese machen uns abhängig von unserer Umgebung und sind auf dem Weg der Befreiung daher eher kontraproduktiv.
Die Scheidung einreichen …
Auf ähnliche Weise fasste es auch der Ehrw. Sayadaw zusammen. Die Hauptursachen für unser Leid und unsere Unzufriedenheit (dukkha) sind die ständige Begierde (tanha), welche wiederum nur auf der Basis von Verblendung oder Unwissenheit (avija) und verkehrter Ansichten entstehen kann. Verfestigt sich die Begierde, der Durst nach Dingen, Gefühlen und auch nach geistiger Nahrung, wie Ideen und Wissen, sprechen wir von Anhaftung (upadana). Anhaftungen wiederum erzeugen bestimmte, geistige Formationen (sankhara), die eine karmische Potenz (kamma satti) und in der Folge, wenn die dazu notwendigen Bedingungen erfüllt sind, „reifes“ Karma erzeugen. Diese drängen dann im Rahmen einer neuen Existenz (bhava) zur erneuten Manifestation. „Um Nibbana verwirklichen zu können, müssen wir daher dringend die Scheidung einreichen – so wie wir uns von einem Mann oder einer Frau trennen können, wenn die Ehe nicht mehr funktioniert, so müssen wir uns nachdem wir Ursache und Wirkung verstanden haben, auch von unseren Anhaftungen trennen.”
Doch vielen Menschen ist gar nicht bewusst, an „was” oder „wen” sie anhaften. Oft bemerken wir es gar nicht oder wollen es nicht erkennen, wie abhängig wir von etwas oder jemanden sind. Daher ist es so wichtig, kontinuierlich zu praktizieren und unseren Geist entsprechend zu trainieren. Mit der entsprechenden Ruhe und Klarheit lernen wir die Hindernisse für ein glückliches und zufriedenes Leben zu identifizieren und haben dann die Möglichkeit sie zu transformieren.
Sich selber begegnen …
Ein Meditationsretreat bietet für diese Art der „Reflektionsarbeit” und inneren Einkehr optimale Bedingungen. Durch das Schweigen und die damit fehlende Kommunikationsmöglichkeit mit anderen Menschen werden wir mit unserem eigenen Geist und seinen Tücken konfrontiert. Etwaige Projektionen auf unsere Mitmenschen können nicht im Außen ausagiert werden, was zur Intensivierung der eigenen, inneren Prozesse führt. Auf diese Weise bleibt uns nichts anderes übrig als uns selbst zu begegnen und uns mit all unseren Facetten auseinanderzusetzen. Gelingt es uns, „das was wir sehen und spüren” liebevoll anzunehmen, haben wir ein großes Stück Freiheit gewonnen und können unsere Praxis frohen Mutes in unserem Alltag fortsetzen.
Hiermit nochmal ein großes „Danke-schön“ an alle Teilnehmer/-innen – schön, dass Ihr da gewesen seid, praktiziert schön weiter und vielleicht auf bald :)!
Übrigens: nach neuestem Informationsstand wird der Ehrw. U Jagara Mitte Oktober noch einmal in der Pagode Phat Hue zu einem Dharmatalk vorbeikommen.
Voraussichtliches Thema: Was sind Gefühle? Wie entstehen destruktive Emotionen und wie können wir heilsam damit umgehen lernen?
Näheres dazu in Kürze auf unserer Homepage.
1. Woche Retreat mit dem Ehrw. Sayadaw und dem Ehrw. U Jagara: Von der äußeren Ruhe zur inneren Ruhe
Sobald man das angenehm kühle und weitläufige Foyer des neuen Zentrums „Buddhas Weg” betritt, wird man damit konfrontiert: viel Stille und viel Raum. Was für die meisten sogleich Balsam für die gestresste Seele ist, war für einige, die aus ihrem geschäftigen Alltag direkt in den Retreat kamen, erstmal eine echte Herausforderung: „Ich weiß gar nicht, was ich mit mir anfangen soll. Hier habe ich so viel Zeit und Raum und alles ist so still. Das macht mir richtig Angst!” Aller Anfang ist bekanntlich schwer und so benötigt man in der Regel ein paar Tage, um sich innerlich wirklich auf die äußerliche Ruhe einlassen zu können.
Schweigen ist Gold …
Unterstützt wird dieser Anpassungsprozess durch das Praktizieren des „edlen Schweigens”: außerhalb der persönlichen Interviews mit den Meditationsmeistern sowie außer bei dringenden organisatorischen Fragen, wie z.B. „wo finde ich den Staubsauger?”, wird nicht miteinander gesprochen. Eines der Hauptziele der Meditationspraxis während des Retreats ist das zur Ruhe kommen des eigenen Geistes und das bei sich selbst Ankommen. Spricht man über die eigenen Meditationserfahrungen mit anderen Teilnehmern, lenkt dies von den inneren Prozessen zu sehr ab – mitunter wird man die Gesprächsinhalte in die darauf folgende Meditationssitzung mit hinein nehmen. Außerdem kann man nicht abschätzen, ob man den Anderen gerade stört, wenn man ihn anspricht. Es geht also darum, sich selbst und dem Anderen, Raum für die eigene Praxis zu geben.
Der Tag beginnt früh …
Morgens um 4 Uhr heißt es Aufstehen: die erste 90-minütige Meditationssitzung startet bereits um 4.30 Uhr. Es werden zu Beginn die Dreifache Zuflucht, Buddhas Qualitäten sowie das Metta-Sutra, allesamt in der Sprache Buddhas, „Pali”, gemeinsam rezitiert.
Nach der ersten Meditation haben die aus ganz Europa, Kanada und den USA kommenden Teilnehmer/-innen eine Stunde Zeit für ihre jeweilige Arbeitsmeditation. Es gibt eine reiche Auswahl an Aufgaben, für die man sich während des Retreat eintragen kann: von Küchendiensten, Staubsaugen und Wischen, Toiletten putzen bis Bäume fällen und anderen Gartenarbeiten, kann man sich diejenige Tätigkeit auswählen, die man gerne übernehmen möchte. Dabei geht es nicht nur um eine lästige Pflichterfüllung – vielmehr ist dies eine gute Möglichkeit, etwas Praktisches zur Unterstützung der Gemeinschaft zu tun. Aus buddhistischer Sicht geben Betätigungen dieser Art die Gelegenheit, Großzügigkeit oder dana zu praktizieren – ein wichtiger Bestandteil des Achtfachen Pfades. Die Praktizierenden können so wertvolle Verdienste ansammeln.
Frühstück gibt es daran anschließend zwischen 7 bis 9 Uhr. Selbstverständlich muss man nicht zwei Stunden lang frühstücken – wer früher fertig ist, hat noch Zeit für sich.
Von 9 bis 10.30 Uhr folgt dann die zweite Meditationssitzung des Tages. Mit Ausnahme von Sonntagmorgen, denn dann gibt es zu dieser Zeit einen Dharma-Vortrag des Ehrwürdigen Pa Auk Sayadaw. Die Zusammenfassung des Dharma-Talks vom 21. Juni können Sie hier lesen.
Von 11 bis 12 Uhr gibt es Mittagessen. Dieses ist für viele Teilnehmer/-innen die letzte Mahlzeit des Tages. Denn: Der Ehrwürdige U Jagara gibt den jeweils neu eintreffenden Gästen die Möglichkeit, für die Dauer des Retreats, die acht Silas (buddhistische Laiengelübde) anzunehmen. Darunter besagt eines, dass man mittags, nach dem höchsten Stand der Sonne, keine (feste) Mahlzeit mehr zu sich nehmen sollte. Getränke wie Tee sind nach wie vor erlaubt – wenn es sein muss auch mit Honig. Diese alte buddhistische Regel soll die Effektivität der Meditationspraxis unterstützen. Wenn der Körper nicht so sehr mit Verdauungsprozessen beschäftigt ist, kann sich der Geist besser auf die Meditation konzentrieren.
Nach dem Mittagessen kann man zwei Stunden pausieren – Mittagsschlaf machen oder zur Gehmeditation in den wunderschönen, direkt hinter dem Zentrum gelegenen, Wald aufbrechen.
Um 14 Uhr heißt es wieder „Treffpunkt Buddhahalle” zur dritten Meditationssitzung des Tages. Direkt daran anschließend geben der Ehrwürdige Pa Auk Sayadaw und der Ehrwürdige U Jagara Gelegenheit für ein persönliches Interview. Zu diesem Zweck kann man sich in eine entsprechende Liste eintragen. Die Interviews bieten den Raum für persönliche Fragen zur eigenen Meditationspraxis – egal, ob man gerade erst mit der Meditation begonnen hat oder bereits „ein alter Hase” ist: „Was kann ich tun, wenn ich während der Meditation dauernd einschlafe”… „Wie finde ich die für mich richtige Sitzposition?”… „Wie kann ich mit aufkommenden Emotionen wie Wut und Trauer umgehen?” und – für die fortgeschrittenen „Yogis und Yoginis”: „Wie schaffe ich es, die Jhana-Faktoren zu betrachten, ohne dass ich mich , z.B. in piti (Freude/Entzücken) verliere?” oder „Wie kann ich das nimitta („reflektives Zeichen”) auch während des Tages, z.B. während der Gehmeditation, wahrnehmen und aufrechterhalten?”
Nach Ende des Interviews hat man noch Zeit für eine Gehmeditation oder Freizeit. Für diejenigen, die Abendessen zu sich nehmen möchten, steht ab 17.30 Uhr eine leichte Suppe zum Verzehr bereit. Ab 18.30 Uhr gibt es Yoga: ein willkommener und wohltuender körperlicher Ausgleich für die vom vielen Sitzen verspannten und schmerzhaften Muskeln und Sehnen.
Die letzte Meditationssitzung des Tages beginnt um 19.30 Uhr – mit Ausnahme von Mittwochabend. Dann gibt der Ehrwürdige U Jagara seine Dharmarede. Eine Zusammenfassung des Talks vom letzten Mittwoch finden Sie hier.
Danach kann man nochmal spazieren gehen – aber Achtsamkeit ist angesagt: ab 22 Uhr werden alle Eingänge abgeschlossen – wer zu spät kommt, kann dann eine ausgedehnte, nächtliche Meditationssitzung im Wald abhalten …
Nach einer Woche “Stille” …
Für einige Teilnehmer/-innen ging gestern Abend der Retreat zu Ende - gut die Hälfte der Retreatants bleiben noch länger. Nahezu einstimmiges Resümee der vergangenen Woche: “Die Erfahrung hat sich rundum gelohnt – ich konnte endlich mal zur Ruhe kommen.” Anfänger/-innen hatten die Gelegenheit, sich in den letzten Tage eine solide Basis für ihre Meditationspraxis anzueignen – viele Fortgeschrittene haben ihre Praxis intensivieren können. Vielen Dank an alle Teilnehmer/-innen und bitte praktiziert weiter :))).
Sie haben noch bis zum 18. Juli Gelegenheit, an dem Retreat teilzunehmen. Wir bieten auch flexible Tages- und Wochenend-Retreatmöglichkeiten an – Informationen dazu finden Sie hier!
Und für alle, die nicht in den Odenwald kommen können: Der Ehrwürdige U Jagara gibt Freitagabends auch in der Pagode Phat Hue Dharmareden. Die einzelnen Termine und Themen finden Sie hier.
Interview with Jetsunma Tenzin Palmo
Verbindung über Grenzen und Traditionen hinaus – die 2. Nacht der Rezitationen
Schon am Nachmittag trafen die Gäste ein: singalesische Famlien die sich auf ein Stück Tradition ihrer Heimat freuten, neugierige Besucher die ein erstes Mal kommen, Freunde die das Erlebnis des letzten Jahres noch in guter Erinnerung hatten – und immer mehr Mönche aus allen Teilen Europas in ihren safran oder weinroten Theravada Gewändern.
Jeder betrat die dekorierte Buddhahalle mit dem blumengeschmückten Pavillon mit Staunen. Dann war es endlich so weit – die Nacht der Rezitation oder Paritta begann. Begleitet vom dumpfen Schlagen der Zeremonietrommel und Glocke kamen die Mönche in langer Reihe herein. Es war ein imposantes Bild und es verbreitete sich schnell eine besondere Energie.
Nach kurzen Ansprachen und einleitenden Worten begann die Rezitationszeremonie, die erst am nächsten Morgen gegen 4.45 Uhr zu Ende ging. Abwechselnd wurden die wichtigsten Sutren in Pali rezitiert, wie die Metta Sutren, Mangala, Ratana usw. zum Abschluss erfolgte eine Segnung mit Reliquien, sowie Glücksbändchen. Für alle Beteiligten war es eine erneute Bereicherung diese wertvolle Nacht zu besuchen und friedvoll gestärkt die generierte positive Energie mit nach Hause zu nehmen.
Die meditativen Stimmen und Klänge versetzten so manch einen in tiefe Ruhe, während im Vorraum ein reges Treiben herrschte und sich anregende Gespräche entwickelten.Die ganze Nacht über konnte sich an Kaffee, Tee und Kuchen gestärkt werden, der wie durch Zauberhand ständig durch fleissige Spender nachgefüllt wurde.
Danke für dieses Erlebnis und wir freuen uns auf nächstes Jahr wenn wir das Geschenk der Rezitationsnacht wieder empfangen dürfen. Auch als Zeichen dafür, dass die Qualitäten der buddhistischen Lehre über Grenzen und Traditionen hinaus verbinden kann.
Vesak-Fest in Ravensburg/ Unter-Eschach
Heute fand in der Pagode Vien Duc ein Vesak-Fest statt. Gemeinsam mit dem Hochehrwürdigen Thich Nhu Dien, Mönchen und Nonnen der Pagoden Vien Giac, Vien Duc und Phat Hue nahmen rund 200 Personen an der Hauptzeremonie zu Buddhas Geburtstag teil – darunter einige deutsche Buddhisten, Interessierte und auch Nachbarn der hier noch relativ jungen Pagode Vien Duc. Als Ehrengast hielt Vajramala (Vorsitzende der DBU) eine kurze Rede anlässlich dieses buddhistischen Festes.
Zu Beginn sangen junge vietnamesische Buddhisten Lieder zu Buddhas Geburtstag und leiteten so die anschließende Zeremonie ein. Im Anschluss bedankte sich der Hocherhwürdige Thich Nhu Dien bei allen Anwesenden, insbesondere bei Vajramala und den deutschen Gästen, für die herzliche und offene Aufnahme in der Gemeinde. Vajramala entgegnete in ihrer Ansprache, es sei sehr schön zu sehen, dass heute nicht mehr deutsche und vietnamesische Buddhisten nebeneinander praktizieren, sondern vielmehr gemeinsam dazu beitragen, den Buddhismus in Deutschland zur Entfaltung bringen. Sie äußerte ihre Freude über die engere Zusammenarbeit zwischen der Pagode Vien Giac und der DBU.
Die Pagode Vien Duc liegt zwischen grünen Wiesen, Erdbeer- und Weizenfeldern außerhalb von Unter-Eschach, einer kleinen Gemeinde nahe Ravensburg. Dort hat das Kloster Vien Giac nun eine neue “Zweigstelle” eröffnen können. Aus einem ehemaligen Bauernhof wurde vor zehn Jahren ein großeräumiges Atelier, welches nun vor zwei Jahren an die Mönche und Nonnen der Pagode Vien Giac überging. Aus dem ursprünglichen Hofgebäude mit umliegenden Wohnhäusern ist ein sehr schönes, offenes und helles Klostergelände geworden. Die Buddhahalle – die ihren Platz in einem ehemaligen Kuhstall fand – gefällt durch ihre Einfachheit, die schönen hellen Farben und den angenehmen Blick aus den vielen Fenstern in den großräumigen Gartenbereich.
Weitere Informationen zum Kloster Vien Duc finden sie hier.
Pressekonferenz
Abt Thich Thien Son auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen (20.-24. Mai 2009)
(Bremen, 22.5.09) Rund 4000 Menschen kamen in Halle 4, gleich gegenüber vom Bremer Hauptbahnhof, zum Messegelände. Dort findet der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Der Abt der Pagode Phat Hue, Thich Thien Son, wurde zum ersten Mal zu einem Dialog zwischen Christen, Juden und Buddhisten eingeladen. Das Thema lautete: „Der Sehnsucht einen Namen geben – Spiritualität und christliches Bekenntnis.“ Thich Thien Son diskutierte mit der evangelischen Landesbischöfin aus Hannover, Dr. Margot Käßmann, dem Philosophen und Theologen aus Fulda, Dr. Christoph Quarch und dem jüdischen Professor und Dekan Eugen Baer aus Geneva, New York/ USA.
„Spiritualität bedeutet, sich zu öffnen.“ (Thich Thien Son)
Viele Menschen interessieren sich für Spiritualität, die Kirchen aber bleiben leer. Viele Menschen suchen nach Spiritualität, aber wissen nicht, welcher Religion sie sich zuwenden sollen. Laut einer Umfrage – so Christoph Quarch – möchte fast die Hälfte der Deutschen spirituell leben, nur ein Zehntel bekenne sich zum Christentum. Der Theologe Christoph Quarch behauptet, dass Spiritualität dem Leben Sinn, Halt und Orientierung gebe – für Christen sei es der Glaube an Gott. Wirkliches Christsein bedeutet, in der Liebe zu sein. Alles, was Menschen dazu bringt, mit ganzem Herzen, ganzer Hingabe und ganzer Leidenschaft zu lieben, ist für ihn gelebtes Christentum.
Für den Abt und Zen-Meister Thich Thien Son bedeutet spirituell sein, sich wirklich zu öffnen, zu öffnen für die Einheit. Sei es für einen geliebten Menschen oder für Gott. Wenn wir jemandem unsere Liebe geben, sollten wir offen bleiben und nicht bewerten. Nur wenn wir Vertrauen entwickeln zu uns selbst und anderen, können wir uns dem Gegenüber wirklich öffnen.
Spiritualität gibt Halt und Orientierung (Christoph Quarch)
Spiritualität hat für Christoph Quarch immer eine Richtung. Sie würde die Betriebsamkeit unseres Alltags bremsen. Führen wir ein spirituelles Leben, so Quarch, z.B. wenn wir meditieren, dann sind wir innerlich eher gesammelt als zerstreut, eher konzentriert als herumflatternd. Spiritualität soll uns aus der Enge unserer Selbstbezogenheit herausführen. Es gehe darum, unser ängstliches Ego hinter uns zu lassen und uns der Liebe zuzuwenden: der Liebe für uns selbst, für unsere Nächsten (Partner/in, Freund/innen, der Familie usw.) und für Gott bzw. einer anderen höheren Ebene oder Dimension.
„Beten heißt, sich selbst loszulassen.“ (Margot Käßmann)
Durch das Gebet können wir die Last unserer Ängste und persönlichen Krisen erleichtern – unsere Probleme wiegen dadurch nicht mehr so schwer. Das bedeutet nicht, dass sich diese alleine durch das Beten auflösen. Dennoch ist die unmittelbare Erleichterung spürbar, so Käßmann. Beim Beten oder im Gespräch mit Gott knüpft man eine Beziehung zu Gott. Beten kann also entlasten: den eigenen Druck, Stress, es baut Vertrauen auf zu etwas, was größer, weiter und tiefer ist als unser begrenztes Selbst. Ganz wichtig sei aus der Sicht und Erfahrung der Landesbischöfin, dass das Gebet nicht nur Teil einer individuellen Gottesbeziehung, sondern ein verbindendes Element der spirituell lebenden Gemeinschaft ist.
„Gott ist kein Automat.“ (Margot Käßmann)
Auch die Beziehung zu Gott müsse gepflegt werden. Nur mal ein bisschen Beten degradiere Gott zu einem Automaten, in den ich eine Münze werfe und erwarte, dass da irgendetwas herauskommt. Es gehe aus ihrer Sicht um einen langfristigen Dialog mit Gott. Denn ein kontinuierlicher Gottesdialog verändere immer auch den Menschen selbst. Die evangelische Theologin betont die Wichtigkeit des Gebetes als tragende Säule einer religiösen Alltagspraxis. Dafür braucht es eine gewisse Selbstdisziplin und Konzentration.
Spiritualität im Alltag
In unserer modernen Gesellschaft haben wir das Beten vergessen. Zen-Meister Thich Thien Son hält das Tischgebet – gerade in Familien – für eine gute Möglichkeit, Spiritualität zu praktizieren. Im regelmäßigen Gebet können wir unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Wenn wir dankbar sind für unsere Mitmenschen, dankbar für das Göttliche und dankbar dafür, dass wir als Menschen leben dürfen, können wir uns als nicht mehr vereinzelt erleben, sondern verbunden mit vielen oder gar allen Menschen.
Spiritualität sei die Schwingung, die Farbe, die unserem Leben ein bestimmtes Licht verleihe, so sieht es der Theologe Christoph Quarch. Spiritualität zu praktizieren heißt nicht, neben Sport, Arbeiten Schlafen und Essen noch eine zusätzliche Aufgabe trainieren zu müssen. Es gehe darum, sie Teil von allem werden zu lassen, dann durchdringe sie unseren Alltag. Und dazu brauchen wir Einkehrzeiten. Genauso sei es in der jüdischen Tradition. Professor Eugen Baer sagte, dass jeder Alltag spirituell ist, vom Frühstück bis abends, wenn man müde ins Bett geht. Wenn wir unseren Blick auf die Ewigkeit richten, dann nennen wir es Beten. Durch das regelmäßige, innige Gebet leben wir die Spiritualität im Alltag.
Patchwork-Spiritualität – oder wie wichtig ist es, sich auf eine Religion festzulegen?
Die Protestantin Margot Käßmann steht dem Patchwork-Phänomen kritisch gegenüber, denn man müsse seine religiöse Heimat kennen, um von anderen Religionen wirklich lernen zu können. Christoph Quarch stimmt zu, dass Menschen, die sich die Rosinen aus allen Traditionen herauspicken, nicht wirklich in ihrer spirituellen Entwicklung vorankommen. Dennoch sollten wir imstande sein, Menschen mit einem anderen religiösen Hintergrund zu verstehen.
Das Unermessliche begreifbar machen – durch Begriffe
Nach Ansicht des Ehrwürdigen ThichThien Son sind Wörter und Begriffe, die einer religiösen Tradition entstammen, lediglich ein Versuch, der anderen Ebene, also Gott und Spiritualität, einen Namen zu geben. Je nach eigenem kulturellen und religiösen Hintergrund wird so das zunächst Unbegreifliche begreifbar gemacht. Im Buddhismus nennen wir das dann Soheit oder Leerheit. Leerheit bedeutet so offen und so empfänglich zu sein, dass wir all das, was da ist, wahrnehmen können. Dadurch haben wir die Möglichkeit, uns für eine tiefere und umfassendere spirituelle Erfahrung zu öffnen, da wir nicht durch Begriffe und die damit verbundenen Konzepte eingeschränkt sind. Je mehr wir Gedanken und Konzepte dazugeben, umso mehr schränken wir das Göttliche ein. Wenn wir es bei Soheit und Leerheit belassen, erfahren wir das Göttliche in jedem Moment unseres Lebens immer wieder neu, ohne an bestimmte vorgeschriebene Gottesvorstellungen gebunden zu sein. So können wir unser individuelles spirituelles Erleben immer weiter vertiefen.
“CHANCE TO GROW”
„CHANCE TO GROW“ ist der Name unseres gemeinnützigen Vereins, der zur Zeit gegründet wird. Der Verein kümmert sich um Menschen mit Behinderungen, um arme Kinder und Jugendliche sowie ihren Eltern in Vietnam. Sie sollen die Chance bekommen, genug zu essen und zu trinken zu haben, eine Schule zu besuchen, einen Beruf zu erlernen und Selbstvertrauen zu entwickeln, um ihr Leben verantwortungsvoll zu gestalten. Unser Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe, um ihnen die Möglichkeit zu geben, selbstbestimmt und in Würde leben zu können. Nach unserem Spendenaufruf im Januar besuchte im März eine Reisegruppe verschiedene Hilfsprojekte in Vietnam, um sich selbst davon zu überzeugen, wie groß die Not vor Ort ist. Hierzu eine Kurzbeschreibung aller besuchten Projekte, die wir mit Geld- und Sachspenden unterstützt haben.
Die Spenden wurden an Ni Su Nhu Minh die Ehrw. Äbtissin der Pagode Tay Linh überreicht. Sie setzt sich sehr engagiert für die arme Bevölkerung ein und betreut seit vielen Jahren verschiedene Projekte in und um Hué, in Zentralvietnam. Wir alle waren von ihrer Warmherzigkeit und Güte überwältigt und schenken ihr unser volles Vertrauen. Sie gibt ihren ganzen Einsatz bei der individuellen Betreuung betroffener Familien. Besonders wichtig sind ihr auch die Projekte, die schon über viele Jahre laufen. Sie werden somit von der Entstehung bis heute kontinuierlich von der Ehrw. Äbtissin begleitet .





In ihrer Pagode Tay Linh bietet sie armen und körperlich behinderten jungen Frauen die Möglichkeit einer Berufsausbildung. Sie können in einer Schneiderwerkstatt und Stickerei ausgebildet werden oder einen halbjährlichen Abendkurs in EDV belegen. Durch die Spenden bekommen sie die Chance, aus dem Teufelskreis der Armut herauszukommen. Von den Geldern werden die Lehrer und Arbeitsmittel sowie die Löhne der Lehrlinge bezahlt. Wie wir beobachten konnten, sind sie hochmotiviert und mit Begeisterung bei ihrer Arbeit. Behinderte hätten sonst kaum die Möglichkeit auf eine Ausbildung. Einige der Näherinnen und Stickerinnen bekommen eine Anstellung und bleiben viele Jahre dort. Sie können somit ihre Familien, die teilweise auf dem Land leben, mitversorgen und später ihren eigenen Kindern eine bessere Zukunft sichern.
Eine weiteres Projekt ist eine Grundschule im Süden von Hue. Sie ist aus Spendengeldern entstanden und wird seit ihrer Gründung mit Schuluniformen, Heften und diversen Einrichtungsgegenständen unterstüzt. Gerade in den ärmeren Gebieten ist die Investition in Schulbildung sehr wichtig, um die Zukunft der Kinder in der Region zu sichern. Als wir eintrafen herrschte auf dem Schulhof wildes Gewusel bis sich alle Kinder in Reihen aufgestellt hatten, um die neuen Uniformen und Schulhefte voller Stolz entgegen zu nehmen. Die Stimmung war übewältigend! Wenn man die strahlenden Gesichter und die Freude dieser 460 Kinder gesehen hat, wird einem ganz warm ums Herz. Diese Begeisterung sprang auf uns über. Ein großer Dank kam auch von den Lehrer/innen und dem Direktor der Schule, die weiterhin auf unsere Unterstüzung hoffen.


Das Waisenhaus Duc Son in Hue, das von der Nonne Minh Tú betreut wird, ist eines der größeren Projekte, das wir unterstüzen. Der Ehrw. Thich Thien Son und die Äbtissin Ni Su Nhu Minh haben vor 20 Jahren dazu beigetragen, daß dieses Heim gegründet werden konnte. Es bietet ein Zuhause für rund 200 Kinder. Sie werden hier versorgt, betreut und teilweise auch in Berufen (Restaurant und Holzwerkstatt) ausgebildet. Wir wurden herzlich empfangen und die Freude über unsere kleinen Geschenke war groß. Das jüngste Baby wurde nur wenige Tage vor unserem Besuch vor dem Heim abgelegt. Mit den Geldspenden werden vor allem neue Metallbetten und die seit letztem Jahr fast doppelt so teuer gewordenen Lebensittel für Mahlzeiten gekauft. Es gibt einige freiwillige Helfer/innen, viele von ihnen kommen aus armen Verhältnissen. Der Direktorin des Waisenhauses ist es auf lange Sicht wichtig, liebevolles Fachpersonal auszubilden, das auch den Anforderungen der Behindertenbetreuung entspricht.
In der Nähe der Stadt Quang Tri fuhren wir zum Berufschulprojekt Phung Xuan, das1996 unter Mithilfe unseres Ehrw. Abtes Thay Thich Thien Son gegründet wurde. Auch hier wird es Jugendlichen mit Behinderung und aus sehr armen Familien ermöglicht, eine Grundausbildung zur Näherin oder zum Näher zu machen. Damit ist die Chance größer, anschließend einen Arbeitsplatz in Industrieschneidereien zu bekommen. Dank regelmäßiger Spenden gibt es mittlerweile auch EDV-Unterricht.
An einem Nachmittag besuchten uns Schwerstbehinderte und körperlich entstellte Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern oder Betreuern in der Pagode Tay Linh. Auch sie werden seit vielen Jahren von der Ehrw. Äbtissin Ni Su Nhu Minh begleitet. An diesem Tag hatten wir den ersten persönlichen Kontakt zu ihren Schützlingen. Sie kommen alle aus der Umgebung um Hue. Regelmäßig besucht sie die Familien persönlich in ihrem Zuhause und hilft, wo sie kann. Hier wurden eure Spenden bar im Briefumschlag verteilt. Da diese Menschen rund um die Uhr gepflegt werden müssen, ist es den Eltern oft nicht möglich, einer Arbeit nachzugehen.
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Die Provinz Quang Tri gehört zu den Gebieten, die vom Vietnamkrieg am stärksten betroffen waren. Wir besuchten die Dörfer Linh Thuong und Vinh Truong. Dort konnten durch eure Hilfe lebensnotwendige Grundnahrungsmittel wie Öl, Reis, Nudeln und Sojasauce an die Hilfebedürftigen verteilt werden. Hier leben hauptsächlich ethnische Minderheiten und ältere Menschen. Der immer noch mit Pestiziden verseuchte Boden macht den Landbau nur schwer möglich. Viele Menschen haben nur wenig zu essen und sind daher auf regelmäßige Lebensmittelspenden angewiesen.Wie auf dem Foto zu sehen, war auch hier die Freude über unsere Ankunft groß. Die Lebensmittelverteilung war gut organisiert. Die Menschenmenge löste sich schnell auf, um die Habseligkeiten in ihre bis zu 5km entfernten, in den Bergen gelegenen Häuser zu bringen.
In der Umgebung Gio Linh besuchten wir ein Tagesheim für behinderte Kinder. Unter ihnen waren einige, die durch das im Krieg eingesetzte Dioxin genetisch bedingte Mißbildungen hatten. Die Äbtissin Ni Su Nhu Minh unterstützt auch diese Einrichtung. Hier werden die Kinder ganztägig betreut, damit die Eltern die Möglichkeit haben zu arbeiten und ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wir konnten beobachten, wie eng und intensiv der Kontakt zwischen den Müttern und den zum Teil extrem missgebildeten Kindern ist. Die Familien bekamen Geldspenden und ein paar Süßigkeiten.
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Die Tue Tinh Duong Hai Duc Klinik ist eine ambulante, homöopatische Klinik. Der Mönch Tue Tinh hat vor vielen Jahren seine Pagode in ein ambulantes Heilungszentrum für die Bevölkerung umgewandelt. Das Haus ist staatlich genehmigt und finanziert sich nur durch Spenden. Menschen, die kein Geld haben, bekommen hier ärztliche Versorgung, Akupunktur und Heilkräuter. Zweimal in der Woche ist auch ein Zahnarzt im Haus. Viele Menschen konnten sich durch eure Spenden bei einem Arzt behandeln lassen. Auch fährt ein mobiles Team mehrmals im Monat ins Landesinnere, um im Umkreis von 80-100 Kilometern notdürftige Erstversorgung zu leisten.
Wir danken der Ehrw.Äbtissin Ni Su Nhu Minh für ihren unermüdlichen Einsatz!
Karuna Samadhi Spendenaktion für Flüchtlinge in Sri Lanka
Aufgrund der Verschärfung der Kriegssituation in Sri Lanka sind derzeit mehr als 200.000 Zivilpersonen im Nordosten Sri Lankas von elementarster Hilfe abgeschnitten. Internationale Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe in der Region.
Diesen Menschen müssen wir, vom Karuna Samadhi e.V., unbedingt helfen. Die Karuna-Samadhi Organization in Sri Lanka und wir werden uns vor Ort ein Bild von der Situation der betroffenen Menschen machen, um in deren akuter Not Hilfe leisten zu können.
Die Flüchtlinge und Eingeschlossenen müssen unbedingt mit Babynahrung, Kleidung für Kinder und Erwachsene, Lebensmitteln und Trinkwasser versorgt werden. Des Weiteren werden Zelte und Gaskocher dringend benötigt, sowie eine Grundversorgung mit Medikamenten und medizinischer Betreuung.
Wie immer im Mai wird in buddhistischen Ländern der Geburtstag des Buddha, dessen Erleuchtung und Eingang ins Parinirvana gefeiert. Üblicherweise werden zu diesem Anlass große Umzüge und Feierlichleiten veranstaltet. In Anbetracht der drohenden humanitären Not haben alle uns bekannten Gemeinden und Tempel in Sri Lanka beschlossen, dieses Jahr alle Feierlichkeiten auf reine Rezitations- und Opferhandlungen zu beschränken und alle Aufwendungen für Umzüge und andere Feierlichkeiten zu Gunsten der Notleidenden zu verwenden.
Wegen der akuten Not möchten wir zu einer Spendenaktion zu Gunsten der betroffenen Menschen in Sri Lanka aufrufen. Wir versichern, dass wir die eingehenden Spenden für die vor Ort ermittelten Bedürfnisse verwenden.
Wenn auch Sie sich an unserer Spendenaktion beteiligen möchten, würden wir uns sehr darüber freuen.
Unter dem Stichwort „Hilfe für Zivilisten“ sammeln wir alle Spenden auf unserem Konto und leiten diese dann entsprechend weiter:
Karuna Samadhi e.V.
Postbank Berlin, BLZ 10010010, Kontonummer 464 686 100.
Spenden können selbstverständlich auch auf das Konto der Karuna-Samadhi Organization (NGO), Church Road 165/3/C; Bogamuwa, Yakkala, Sri Lanka, gezahlt werden (Sampath Bank, Yakkala, A/C No 106860295268).
Wir weisen darauf hin, dass nur Spenden, die auf das Konto des Karuna Samadhi e.V. bei der Postbank in Deutschland eingehen, von uns durch Zuwendungsbescheinigung bestätigt werden können.
Ansprechparter in Deutschland:
Bhante Punnaratana, E-Mail: punnaratana@gmx.de
Ansprechpartner in Sri Lanka:
Bhante Deegala, Fon. +94 33 22 94 195
E-Mail: deegalasamadhi@yahoo.com
Mit den besten Wünschen für Sie und Ihre Familien,
Ihr Karuna-Samadhi-Team,
Bhante Punnaratana, Solveig Niek, Ulf Steiner, Renate Piesker
Reisetagebuch Vietnam Tag 13: Madame Hanoi
Der Sonntagmorgen in Hanoi fängt mit Baguette an. Die französische Vergangenheit lässt grüssen und sie holt uns auch im Laufe des Tages noch öfters wieder ein. Als erstes geht es hinaus in die südliche Vorstadt, zur Dao Pagode. Wieder schieben wir uns durch staubige Luft und Motorrad Gewimmel hindurch – wie mag erst der Verkehr an einem normalen Wochentag aussehen?


Dann geht es über einen schmalen, holprigen Weg, am Rande tauchen immer wieder Ziegelberge auf und das ganze Dorf scheint im Neubaufieber zu sein. Der erste Eindruck am alten Pagodengebäude ist…endlich ein Stück Geschichte gefunden. Alte Damen sitzen am Eingang und verkaufen Gemüse.


Im Innenhof erwartet uns lang ersehnte Stille und in der dunklen Ahnenhalle finden wir die zwei Reliquien der Mönche die vor unbestimmter Zeit in der Meditation versunken und nie wieder aufgewacht sind.
Die Klosteranlage ist im Begriff wieder aufgebaut und eine riesige Teichanlage wird mit dazu beitragen sie zu einem Besuchermagnet zu machen.



Zurück in der Stadt löst sich die Gruppe auf und jeder gestaltet seinen Ausflug in die Altstadt nach seinem Wunsch. Es ist wie das Eintauchen in eine andere Welt. Das Gewirr der Gassen und Händler, die Auslagen der Läden bis hinaus auf die Strasse, dazwischen immer wieder die Träger die Gemüse und Obst anbieten, die immerwährende hupende Mopedlawine,der Autosalon neben dem Haarschneider auf der Strasse und, und, und…eine fremde doch freundliche Welt.
Es ist das Gefühl einer Lebendigkeit die das Überleben garantiert, denn die Armut der Menschen hier im Norden ist omnipräsent. Wir alle geniessen diesen Trubel und nachdem die anfängliche Scheu überwunden ist, können wir garnicht genug bekommen. Die etwas distanzierte „Madame“ hat auch uns in ihren Bann gezogen.


